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Forum www.religion-und-spiritualitaet.de    Religion und Spiritualität    Kirche  ›  Frauenordination – ein leidiges Thema Moderatoren: Weber
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Frauenordination – ein leidiges Thema  Dieses Thema wurde bisher 2.378 mal gelesen. Thema ausdrucken Thema ausdrucken
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Weber
25 September 2019, 20:34 Einem Moderator melden Einem Moderator melden
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Meine lieben Zuhörerinnen und Zuhörer!

Ein leidiges Thema ist in der katholischen Kirche die Frauenordination. In allen christlichen Konfessionen sind Frauen zu allen Diensten zugelassen außer in der römisch-katholischen Kirche und in den Ostkirchen. Zur Zeit gehen die katholischen Frauen allenthalben auf die Barrikaden und fordern lautstark Geschlechtergerechtigkeit in der Leitung der Kirche – und damit Zugang zu allen Weiheämtern. Die Frauen organisieren sich in der Bewegung „Maria 2.0“.
1976 hatte die Glaubenskongregation mit Zustimmung des damaligen Papstes Paul VI. festgestellt: „Die Kirche hält sich aus Treue zum Vorbild ihres Herrn nicht dazu berechtigt, die Frauen zur Priesterweihe zuzulassen.“ War doch gerade in diesem Jahr (1976) in der anglikanischen Kirche die Ordination, also Priesterweihe und Diakonenweihe, für Frauen freigegeben worden.
Die Diskussion ging indes weiter. Papst Johannes Paul II. verfasste daher im Jahre 1994 ein Apostolisches Schreiben mit dem Titel “Ordinatio Sacerdotalis“, worin er die Ablehnung der Weihe von Frauen zur Glaubensfrage erklärte und diese Entscheidung des Lehramtes als definitiv bezeichnete. Und alle Gläubigen der Kirche sollten sich endgültig an diese Entscheidung halten. Und damit sollte die Sache ein für alle Mal vom Tisch sein. – Gott sei Dank, lässt sich heute keiner mehr den Mund verbieten und das Denken schon gar nicht. Die Diskussion ging also munter weiter und die Frage steht beim „synodalen Weg“, zu dem sich die Bischöfe entschlossen haben, als eines von vier Foren auf der Tagesordnung und trägt den Titel „Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche“.
Im Jahre 2011 hatte der Bamberger Dogmatiker Georg Kraus in der Jesuitenzeitschrift „Stimmen der Zeit“ zum Thema einen bemerkenswerten Aufsatz geschrieben. Unter der Kapitelüberschrift „Dogmatische Grundlegung für die Zulassung der Frauen zum Presbyterat“ beschreibt er in vier Punkten die wesentlichen Argumente, die für die Zulassung der Frau zum Priesteramt sprechen. Ich will daraus zitieren:
1.     Das tiefste Fundament für die gleiche Würde von Mann und Frau liegt in der gemeinsamen Gottabbildlichkeit….. Gleich am Anfang der Bibel steht: Gott schuf den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er sie; als Mann und Frau schuf er sie.……Also gilt: Mann und Frau sind zusammen Gottes Abbild; die Frau ist dem Mann nicht nachgeordnet, sondern gleichgeordnet; als Abbild Gottes haben beide, Mann und Frau, etwas Göttliches in sich. Für das Leben heißt das: die Geschlechter sindda, um sich zu ergänzen und gemeinsam die Fülle des Menschseins darzustellen.“ Für das kirchliche Leben hat es ähnliche Bedeutung: „In der Gemeinschaft der Kirche sollen Mann und Frau komplementär zusammen wirken;….die volle Teilhabe der Frauen an den kirchlichen Ämtern soll verdeutlichen, dass der Mann nicht über die Frau herrscht, sondern dass Mann und Frau gemeinsam die Kirche führen.“
Auch im Neuen Testament ist die Gewichtung nicht anders. „Jesus bezieht selbstverständlich sowohl Männer als auch Frauen in sein heilbringendes Handeln ein. Als Auferstandener erscheint Jesus zuerst Frauen uns bestellt sie zu Verkünderinnen des zentralen Heisereignisses seiner Auferstehung. In den Urgemeinden herrscht mit dem Apostel Paulus die Überzeugung: Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau, denn ihr alle seid einer in Christus Jesus (Gal 3, 28).
2.     Der erste Petrusbrief spricht davon, dass alle Getauften die heilige Priesterschaft bilden und damit zum priesterlichen Dienst in der Kirche berufen sind. Auch dieses Zeugnis der Schrift räumt jegliches Stoppschild für Frauen im priesterlichen Dienst beiseite.
3.     Alle Getauften repräsentieren den Auferstandenen. Denn in der Taufe haben sie Christus gleichsam angezogen, bilden sie den  
4.     Das Wirken des Geistes am Pfingstfest war keine reine Männerveranstaltung, sondern die Mutter Jesu war mitten unter ihnen und viele andere Jüngerinnen mit ihr. Und alle erhielten den Auftrag, die frohe Botschaft weiter zu sagen. Wir sind also nicht berechtigt, irgendwen, der oder die sich berufen fühlt, davon abzuhalten, priesterlich zu wirken.

Wer den Frauen das Weiheamt verweigert kann sich nicht auf die Bibel berufen –höchstens auf Machtstrukturen, die dem Christentum eigentlich fremd sind. Die Bewegung „Maria 2.0“ soll nicht locker lassen, einzufordern, was ihnen zusteht.

Amen.

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