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  <title>Kirche</title>
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   <title>Frauenordination – ein leidiges Thema</title>
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   <description><![CDATA[Meine lieben Zuhörerinnen und Zuhörer!<br /><br />Ein leidiges Thema ist in der katholischen Kirche die Frauenordination. In allen christlichen Konfessionen sind Frauen zu allen Diensten zugelassen außer in der römisch-katholischen Kirche und in den Ostkirchen. Zur Zeit gehen die katholischen Frauen allenthalben auf die Barrikaden und fordern lautstark Geschlechtergerechtigkeit in der Leitung der Kirche – und damit Zugang zu allen Weiheämtern. Die Frauen organisieren sich in der Bewegung „Maria 2.0“.<br />1976 hatte die Glaubenskongregation mit Zustimmung des damaligen Papstes Paul VI. festgestellt: „Die Kirche hält sich aus Treue zum Vorbild ihres Herrn nicht dazu berechtigt, die Frauen zur Priesterweihe zuzulassen.“ War doch gerade in diesem Jahr (1976) in der anglikanischen Kirche die Ordination, also Priesterweihe und Diakonenweihe, für Frauen freigegeben worden. <br />Die Diskussion ging indes weiter. Papst Johannes Paul II. verfasste daher im Jahre 1994 ein Apostolisches Schreiben mit dem Titel “Ordinatio Sacerdotalis“, worin er die Ablehnung der Weihe von Frauen zur Glaubensfrage erklärte und diese Entscheidung des Lehramtes als definitiv bezeichnete. Und alle Gläubigen der Kirche sollten sich endgültig an diese Entscheidung halten. Und damit sollte die Sache ein für alle Mal vom Tisch sein. – Gott sei Dank, lässt sich heute keiner mehr den Mund verbieten und das Denken schon gar nicht. Die Diskussion ging also munter weiter und die Frage steht beim „synodalen Weg“, zu dem sich die Bischöfe entschlossen haben, als eines von vier Foren auf der Tagesordnung und trägt den Titel „Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche“.<br />Im Jahre 2011 hatte der Bamberger Dogmatiker Georg Kraus in der Jesuitenzeitschrift „Stimmen der Zeit“ zum Thema einen bemerkenswerten Aufsatz geschrieben. Unter der Kapitelüberschrift „Dogmatische Grundlegung für die Zulassung der Frauen zum Presbyterat“ beschreibt er in vier Punkten die wesentlichen Argumente, die für die Zulassung der Frau zum Priesteramt sprechen. Ich will daraus zitieren:<br />1.&nbsp; &nbsp; &nbsp;Das tiefste Fundament für die gleiche Würde von Mann und Frau liegt in der gemeinsamen Gottabbildlichkeit….. Gleich am Anfang der Bibel steht: Gott schuf den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er sie; als Mann und Frau schuf er sie.……Also gilt: Mann und Frau sind zusammen Gottes Abbild; die Frau ist dem Mann nicht nachgeordnet, sondern gleichgeordnet; als Abbild Gottes haben beide, Mann und Frau, etwas Göttliches in sich. Für das Leben heißt das: die Geschlechter sindda, um sich zu ergänzen und gemeinsam die Fülle des Menschseins darzustellen.“ Für das kirchliche Leben hat es ähnliche Bedeutung: „In der Gemeinschaft der Kirche sollen Mann und Frau komplementär zusammen wirken;….die volle Teilhabe der Frauen an den kirchlichen Ämtern soll verdeutlichen, dass der Mann nicht über die Frau herrscht, sondern dass Mann und Frau gemeinsam die Kirche führen.“<br />Auch im Neuen Testament ist die Gewichtung nicht anders. „Jesus bezieht selbstverständlich sowohl Männer als auch Frauen in sein heilbringendes Handeln ein. Als Auferstandener erscheint Jesus zuerst Frauen uns bestellt sie zu Verkünderinnen des zentralen Heisereignisses seiner Auferstehung. In den Urgemeinden herrscht mit dem Apostel Paulus die Überzeugung: Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau, denn ihr alle seid einer in Christus Jesus (Gal 3, 28).<br />2.&nbsp; &nbsp; &nbsp;Der erste Petrusbrief spricht davon, dass alle Getauften die heilige Priesterschaft bilden und damit zum priesterlichen Dienst in der Kirche berufen sind. Auch dieses Zeugnis der Schrift räumt jegliches Stoppschild für Frauen im priesterlichen Dienst beiseite.<br />3.&nbsp; &nbsp; &nbsp;Alle Getauften repräsentieren den Auferstandenen. Denn in der Taufe haben sie Christus gleichsam angezogen, bilden sie den&nbsp;&nbsp;<br />4.&nbsp; &nbsp; &nbsp;Das Wirken des Geistes am Pfingstfest war keine reine Männerveranstaltung, sondern die Mutter Jesu war mitten unter ihnen und viele andere Jüngerinnen mit ihr. Und alle erhielten den Auftrag, die frohe Botschaft weiter zu sagen. Wir sind also nicht berechtigt, irgendwen, der oder die sich berufen fühlt, davon abzuhalten, priesterlich zu wirken.<br /><br />Wer den Frauen das Weiheamt verweigert kann sich nicht auf die Bibel berufen –höchstens auf Machtstrukturen, die dem Christentum eigentlich fremd sind. Die Bewegung „Maria 2.0“ soll nicht locker lassen, einzufordern, was ihnen zusteht.<br /><br />Amen.<br /><br />]]></description>
   <pubDate>Mi, 25  2019 20:34:22</pubDate>
   <dc:creator>Weber</dc:creator>
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   <title>Zölibat in der Diskussion</title>
   <link>http://www.religion-und-spiritualitaet.de/cgi-bin/forum/Blah.pl?m-1565897468/</link>
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   <description><![CDATA[Meine lieben Zuhörerinnen und Zuhörer!<br /><br />Der Münsteraner Kirchenhistoriker Professor Hubert Wolf hat jüngst ein Buch veröffentlicht über den Zölibat. In 16 Kapiteln bündelt er historische Erkenntnisse und aktuelle Argumentationen zum Thema Zölibat. Ich nehme das zur Grundlage für einige Statements in der gegenwärtigen Diskussion um den Zölibat.<br /><br />1.&nbsp; &nbsp; &nbsp;Statement:<br />Die Kirchengeschichte kennt kein durchgehendes Zölibatsgesetz für Priester, das vom Neuen Testament bis heute die Ehelosigkeit des Priesters vorschreibt. Bekanntlich hat Jesus die Schwiegermutter des Petrus geheilt. Das berichten alle drei synoptischen Evangelien. Wenn also Petrus der erste Papst war, dann war der erste Papst verheiratet. <br />Erst langsam hat sich die Ehelosigkeit als Lebensform des Priesters entwickelt. Sehr früh schon wurde die Forderung erhoben, dass der Priester bzw. Bischof nur einmal verheiratet sein durfte. Dann wurde die zeitweise Enthaltsamkeit der Priester gefordert vor allem vor der Wahrnehmung des Altardienstes – ähnlich dem Nüchternheitsgebot der Laien früher vor dem Empfang der Kommunion. Erst am Ende des 1. Jahrtausends wurde die generelle Enthaltsamkeit des Priesters in der Ehe (!) gefordert, während die Priesterehe weiterhin geduldet wurde und nicht als Skandal galt. <br />Begründet wurde gelegentlich die Forderung der Ehelosigkeit des Priesters auch mit einem Argument des Erbrechts. Nach damaligem Erbrecht waren nur die ehelichen Kinder erbberechtigt, nicht die uneheliche. Damit ging die Pfründe, die mit dem Amt verbunden war, an die Kirche zurück und nicht an die Kinder.<br />Nach der Reformation, wo in der evangelischen Kirche die Zölibatspflicht nicht mehr galt, wurde der Zölibat zu einer Frage der Rechtgläubigkeit und des katholischen Kirchenverständnisses, also zu Argument der Abgrenzung.<br />Die entscheidende Einschärfung der Zölibatspflicht brachte das Kirchliche Gesetzbuch von 1917 (CIC). Erst da wurde eine bestehende Ehe zum Weihehindernis. Wer trotzdem heiratete, wurde unehrenhaft aus dem Amt entfernt – wie das heute auch noch der Fall ist. Kein Wunder, dass sich bis heute kein Bischof traut, diese Tabuzone Zölibat anzutasten. Das Argument lautet: „Das kann man nur gesamtkirchlich lösen – sprich: Das kann nur der Papst mit einem Machtwort ändern.<br />Nun hat der Papst die südamerikanischen Bischöfe aufgefordert, für die im Herbst beginnende Bischofssynode mit ihnen „mutige Vorschläge“ zu machen, wie man dem Priestermangel begegnen könne; denn dort gibt es noch viel weniger Priester als bei uns. Und auch das Zölibatsgesetz soll da auf den Prüfstand. Wozu wir bisher nicht in der Lage waren, das sollen nun die Südamerikaner richten.<br /><br />2.&nbsp; &nbsp; &nbsp;Statement:<br />Die römisch-katholische Kirche kennt durchaus auch die Ausnahmen vom Zölibat, sie kennt also Priester, denen es gestattet ist, verheiratet zu sein. Es sind solche Pfarrer, die aus christlichen Kofessionen zum katholischen Glauben konvertieren.<br />Diese Ausnahmen finden wir vor allem in den Ostkirchen. Denn in der Vergangenheit hat es immer mal Versuche gegeben, dass Teile der Orthodoxie die volle Gemeinschaft mit der römischen Kirche angestrebt hatten. Wo das gelungen war, wurde den orthodoxen Geistlichen gestattet, ihre Ehen weiter zu führen, wenn sie den Papst als Oberhaupt der katholischen Kirche und all seine Funktionen anerkannten und natürlich auch dem katholischen Glauben zustimmten. <br />Bekannt sind vom Zweiten Vatikanischen Konzil folgende Worte des damaligen Patriarchen der melkitischen griechisch-orthodoxen Kirche Maximos IV. Saigh, nachdem westliche Konzilsväter die Erhabenheit des Zölibats gepriesen hatten: „Wenn man die Schönheit des zölibatären Priestertums hervorhebt, soll man nicht die parallele und gleichfalls apostolische Tradition eines Priestertums zerstören oder missachten, das die Bande der heiligen Ehe auf sich genommen hat.“ Und im Hinblick auf die heftigen Auseinandersetzungen um die Aufhebung des Zölibats in der lateinischen Kirche, bemerkte der Patriarch lapidar: „Das Priestertum ist eher eine Funktion als ein Lebensstand. Es ist nicht an die persönliche Vollkommenheit gebunden, wie der Zölibat an Gott, sondern an den Nutzen der Kirche. Der Zölibat kann verschwinden, wenn es der Nutzen des kirchlichen Amtes erfordert. ……Im Bedarfsfall muss nicht das Priestertum dem Zölibat, sondern der Zölibat dem Priestertum geopfert werden.“<br />Seit den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ist es auch Praxis, dass ein evangelischer Pfarrer, der zum katholischen Glauben konvertiert, mit päpstlicher Erlaubnis zum katholischen Priester geweiht werden darf – selbstverständlich unter Beibehaltung seiner bestehenden Ehe. Ähnliches gilt auch bei der Konversion anglikanischer Pfarrer zum Katholizismus. <br /><br />3.&nbsp; &nbsp; &nbsp;Statement<br />Ungeklärt bleibt (auch wissenschaftlich) derzeit die Frage, ob der Zölibat für den Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch zölibatär lebende Priester und Diakone ein Risikofaktor darstellt oder nicht. Wenn das der Fall sein sollte, gehörte der Zölibat schnellstens abgeschafft. Doch damit wäre das Problem des sexuellen Missbrauchs sicherlich nicht erledigt. Aber entschärft würde es meiner Ansicht weiter dadurch, wenn Frauen voll ins Amt integriert würden. Aber das ist ein Riesenthema für sich. <br />Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und bitte Sie inständig: Interessieren Sie sich für diese Themen, reden Sie mit und helfen Sie der Kirche in eine menschliche Zukunft!<br /><br />Amen.<br /><br />]]></description>
   <pubDate>Do, 15  2019 21:31:08</pubDate>
   <dc:creator>Weber</dc:creator>
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   <title>Nicht etwas weniger Zölibat</title>
   <link>http://www.religion-und-spiritualitaet.de/cgi-bin/forum/Blah.pl?m-1561926092/</link>
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   <description><![CDATA[Der Generalvikar sah keinen Anlass zur Panik. Der Mangelzustand bei den „Arbeitern im Weinberg des Herrn“ sei, bildlich gesehen, ein Normalzustand. Der Generalvikar bewies seine Verdrängungs-Energie.<br />Es gebe Länder, in denen Priester-Mangel bedeutend größer sei als bei uns. Die Hälfte der katholischen Gemeinden auf dem Erdball sei ohne Priester. Es werde besser werden, prophezeite er und formulierte Wunschvorstellungen. Vielleicht plante er eine Durchhalte-Fibel, die bestätigte, dass sich Probleme von selbst lösen, wenn man lange genug wartet. Es bestehe ein relativer Priestermangel, behautete er. In seinem Bistum hätten in den vergangenen Jahren nur dreißig von über tausend Priestern ihr Amt aufgegeben. <br />Muss man sich Gedanken machen über Alternativen? Natürlich nicht. <br />Der Generalvikar outete sich als Illusions-Künstler. Er schätzte die Strategie der Vorwärtsverteidigung: Aus wenig lässt sich viel machen. So bewahrte er sich vor dem Realitäts-Schock. Schönwetterlage in Sicht, wenn auch langfristig. Rettungspläne und Vorsorge-Überlegungen sind überflüssig. Es wird kommen wie angenommen. Eine spekulative Erwartung, aber eine sich selbst erfüllende.<br />Herkömmliche Wege zur Sicherung des Priesternachwuchses waren die besten und bleiben die besten. Vergangenheitsselige Standard-Therapien haben sich bewährt. Man wird Argumente dafür finden. Dass die Anzahl der Priesteramtsbewerber weiter sinkt, irritierte den Generalvikar nicht. Dass sich keine Trendwende abzeichnet, ebenfalls nicht.<br />Dem Leiter eines Priesterseminars in einem anderen Bistum bereitet der Priestermangel dagegen schlaflose Nächte. Wem die Zukunft der Kirche etwas bedeute, sagt er, den müssten die aktuellen Zahlen aufrütteln. Im Jahre 1962 wurden 557 Männer in der Bundesrepublik zu Priestern geweiht. 2017 waren es 72; in zwei Bistümern fand keine Priesterweihe statt. <br />Es gibt unterschiedliche Gründe für den Abwärtstrend, um den sich der Generalvikar nicht mehr sorgen muss. Er ist Bischof geworden. Bischöfe muss es geben.<br />Zu meiner Zeit genoss der Beruf des Priesters hohes Sozialprestige. Jetzt sind Manager-Qualitäten wichtiger, wenn Priester erfolgreich wirken wollen. Eine „Gemeinschaft der Gemeinden“ als aktuelle Seelsorge-Einheit hat Einzel-Pfarreien weithin abgelöst und indirekt das Berufsfeld des Priesters verändert. <br />Dass ein lebenslang verpflichtendes Ja zu Ehelosigkeit und zu sexueller Enthaltsamkeit jungen Menschen unserer Tage schwer vermittelbar ist, weiß jeder – nur nicht die kirchliche Obrigkeit. <br />Es geht nicht um „ein bisschen weniger Zölibat“. Es geht nicht um eine Kirche, diekein Wässerchen zu trübrn vermag. Es geht um ein neues Denken. Es geht darum, wie die Kirche aus der Vergangenheit in die Zukunft findet. <br />„Frauen in Führungspositionen“. Damit kündigt das Erzbistum Köln für weibliche Nachwuchskräfte und Studienabsolventinnen ein Programm an. Von weiblichem, priesterlichen Nachwuchs spricht das Programm nicht. <br />Papst Franziskus ermunterte die Bischöfe im Amazonasgebiet zu „mutigen Vorschlägen“. Wenn es welche gegeben haben sollte, sind sie im Regenwald verloren gegangen. <br />„Entscheidende Weichenstellungen für denüastoralen Zukunftsweg“ hat der Pastoralrat im Kölner Erzbistum beraten und gefragt: „Wie reagieren wir konstruktiv auf die schwindenden Personalressourcen?“ Arbeitsgruppen wurden gebildet. Das Seelsorge-Personal , also Priester und Laien, werde sich bis zum Jahre 2040 um die Hälfte vermindern, stellte der Erzbischof fest. „Wir dürfen uns nicht länger selber betrügen“, betonte er. Wie mag er das gemeint haben?<br />Mit Zuversicht blickt er in die Zukunft. Er ist überzeugt von einer jungen, zum Aufbruch bereiten, lebendigen, mutigen Kirche. Dass immer weniger Menschen eine Bedeutung der Kirche für ihr Leben erkennen, nimmt der Bischof nicht wahr. Der Mitglieder-Schwund setzt sich fort. Mit welchem Personal die Kirche Zukunft gestalten will, bleibt ebenfalls unerwähnt. <br />Bischöfe wird es geben. Auch siebenundzwanzig deutsche Bistümer bleiben bestehen. „Pfarreien der Zukunft werden neue Formen von Vergemeinschaftung ermöglichen.“ Das ist in einem Dokument des Bistums Trier nachzulesen. Bistümer werden nicht betroffen sein von möglichen Zusammenlegungen, da es viele Bischofs-Anwärter gibt. <br />Muss man sich in den Dienst dieser Kirche stellen?<br /><br />]]></description>
   <pubDate>So, 30  2019 22:21:32</pubDate>
   <dc:creator>Dickers</dc:creator>
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   <title>Benachteiligung der Frauen in der Kirche</title>
   <link>http://www.religion-und-spiritualitaet.de/cgi-bin/forum/Blah.pl?m-1559570292/</link>
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   <description><![CDATA[Benachteiligung der Frauen in der Kirche (Pfingsten 2019)<br /><br />Meine lieben Zuhörerinnen und Zuhörer!<br /><br />Die Erneuerungen der Herzen und die Erneuerung der Kirche werden traditionell dem Heiligen Geist zugeschrieben. Heute, Pfingsten, ist sein Fest. Und darum will ich heute über dieses Thema Erneuerung sprechen.<br /><br />Erneuerung ist immer da notwendig, wo etwas schief gelaufen ist oder in Schieflage geraten ist. Es scheint derzeit die Benachteiligung der Frauen in der Kirche in besonderer Weise ins Bewusstsein getreten zu sein. Das Problem ist nicht neu, aber es ist plötzlich allen bewusst. Die Aktion „Maria 2.0“ hat es bewusst gemacht. Frauen, die ehrenamtlich in der Kirche tätig sind, haben vor kurzem eine Woche lang gestreikt: sie haben das Ehrenamt ruhen lassen, sind dem Gottesdienst fern geblieben und haben draußen vor der Kirche ihren eigenen Gottesdient gefeiert. Diese Aktion, die in einer kleinen Gemeinde in der Diözese Münster ausgeheckt wurde, wurde auf Anhieb in hunderten Gemeinden deutschlandweit mitgetragen. Die meisten Bischöfe waren – wie so oft – sprachlos. Der Kölner Erzbischof sprach von Missbrauch des Namens der Gottesmutter, um kirchenpolitische Ziele zu verfolgen, Bischof Ackermann sagte: „Ich kann die Ungeduld vieler Frauen verstehen. Ich sage aber offen, dass ich diese Streikaufrufe, diese Streikaktionen nicht für hilfreich halte.“ Schließlich ist Ackermann davon überzeugt, dass sich die Bischöfe für einen synodalen Weg entschieden hätten und da wären solche Aktionen eher kontraproduktiv. – Tatsache ist, dass kein Bischof ein klares Bekenntnis zum Anliegen der Frauen abgegeben hat.<br /><br />Ich sagte eingangs, das Problem der Benachteiligung der Frauen in der Kirche ist alt. Ich weiß nicht, wie viele Bücher es inzwischen gibt, die die Benachteiligungen der Frauen ausführlichst beschreiben: angefangen beim Alten Testament über das Neue Testament bis zu den päpstlichen und bischöflichen Verlautbarungen der neuesten Zeit. Interessant ist, dass ausschließlich die patriarchalischen Strukturen der katholischen und der orthodoxen Kirche Frauen in Leitungsämtern oder sagen wir besser: Frauen in Ämtern, die mit einer Weihe verbunden sind, noch ablehnen, während alle anderen Konfessionen oder Teilkirchen inzwischen den Schritt vollzogen haben, der Frau gleiche Chancen einzuräumen. <br /><br />Ich verstehe, dass die katholischen Bischöfe befürchten, dass die Zulassung der Frauen zu Weiheämtern eine Spaltung der Kirche zur Folge haben könnte. Doch wenn sich die deutschen Bischöfe zum synodalen Weg entschlossen haben – wie Ackermann richtig behauptet – dann müsste man es auf eine Abstimmung nach vorheriger öffentlicher Diskussion ankommen lassen. Oder ist der sog. synodale Weg, den die Bischofskonferenz beschlossen hat, doch nur Etiquettenschwindel, wie Bischof Zdarsa von Augsburg das qualifiziert hat?<br /><br />Auf jeden Fall bin ich froh, dass die Frauen nun das Thema „Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche“ selber in die Hand genommen haben. Es wäre fatal, wenn wieder mal die Männer allein entscheiden würden, was Frauen dürfen und was nicht. Frauen sind auch in der Kirche wahlmündig. Aufgabe der Bischöfe wäre es, eine solche Wahl auf den Weg zu bringen und durchzuführen und mit dem Ergebnis im Vatikan vorstellig zu werden. Die sollen endlich mal ihre Hausaufgaben machen. Dafür werden sie schließlich bezahlt.<br /><br />Amen.<br /><br />]]></description>
   <pubDate>Mo, 3  2019 15:58:12</pubDate>
   <dc:creator>Weber</dc:creator>
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   <title>Zur Zukunft der Kirche</title>
   <link>http://www.religion-und-spiritualitaet.de/cgi-bin/forum/Blah.pl?m-1557481403/</link>
   <comments>http://www.religion-und-spiritualitaet.de/cgi-bin/forum/Blah.pl?m-1557481403/#num1</comments>
   <description><![CDATA[Meine lieben Zuhörerinnen und Zuhörer!<br /><br />Dieser Tage wurde eine Studie der Universität Freiburg bekannt, die von der Kirche selbst in Auftrag gegeben worden war, wonach die Mitgliederzahlen der Kirchen sich bis zum Jahre 2060 halbieren werden. Das heißt konkret: von den derzeit 44 Millionen Kirchenmitgliedern wird es in 40 Jahren nur noch 22 Millionen geben. Als die zwei wesentlichen Ursachen wurden genannt: der demographische Faktor, also der Rückgang der Geburtenzahlen und damit weniger Taufen und die Kirchenaustritte, außerdem vermindert sich der christliche Anteil der Bevölkerung durch die Zuwanderung anderer Religionen. Die Kirchen sind auf dem Wege, in der Gesellschaft eine Minderheit zu werden. <br /><br />Diese Entwicklung wird uns in Zukunft noch öfter beschäftigen. Kardinal Marx hat schon beschwichtigt, man brauche nicht in Panik zu verfallen. 22 Millionen Kirchenmitglieder würden schon dafür sorgen, dass genügend Geld zusammenkomme, um den Kirchenbetrieb aufrechtzuerhalten. Das ist eine Perspektive, die vor allem die Finanzen im Blick hat. Doch nicht allen Menschen geht’s nur ums Geld. Da gibt es Gläubige, die werden jetzt sagen, dass angesichts dieser Prognose längst fällige Reformen zügig angepackt werden müssen. Sie fordern die Abschaffung des Pflichtzölibats, Frauen im Priester- und Diakonenamt und dergleichen. Andere dagegen werden sagen, genau das Gegenteil sei jetzt richtig: Besinnung auf die Kernaufgaben, konservative Liturgie, fordern Schluss mit allen Experimenten und betrachten ein traditionelles Kirchenverständnis als das Allheilmittel. Beide Richtungen – so unterschiedlich sie sind – verfolgen das gleiche Ziel: sie möchten verhindern, dass das eintritt, was die Studie vorhersagt. <br /><br />Es ist immer das Gleiche: alle wünschen sich im tiefsten Herzen eine ecclesia triumphans – eine glänzende und triumphierende Kirche; eine Kirche, die reich ist und finanziell gut gestellt; eine Kirche, wo die Verkündigung nur Gott und der Wahrheit verpflichtet ist; eine Kirche, die einflussreich ist und überall gehört und geachtet wird; eine Kirche, wo es selbstverständlich keinen sexuellen Missbrauch gibt; eine Kirche, wo alle ihren Glauben leben, zum Gottesdienst kommen und wo einer für den anderen da ist; die Kirche soll mächtig sein, überall mitreden, überall mitbestimmen, gehört werden und geachtet sein. Ich brauche Ihnen nicht zu sagen, dass es eine solche Kirche oder auch nur eine einzige solche Kirchengemeinde nicht gibt – obwohl wir pausenlos daran arbeiten.<br /><br />Und dann macht eine Studie die Zukunftsaussage: in 40 Jahren gibt es nur noch 50% der Christen, und jeder rechnet weiter: in 80 Jahren gibt es keine Christen mehr, sind die Kirchen am Ende. <br /><br />Wenn Sie jetzt meinen, ich könnte ein schlüssiges Konzept für die Zukunft der Kirche vorlegen, muss ich Sie enttäuschen. Dennoch stellt sich die Frage: Was tun? Ich halte es da eher mit der ersten Gruppe. Dazu ein paar grobe Linien:<br /><br />•&nbsp; &nbsp; &nbsp;Die Kirchen sollten keine Zeit mehr damit vertun, sich voneinander abzugrenzen, sondern nach Wegen der Zusammenarbeit suchen und schnellstens alte Baustellen beseitigen. <br />•&nbsp; &nbsp; &nbsp;Die Frauenfrage ist längst überfällig. Kein Beruf schließt heute in unseren Breiten mehr die Frau so kategorisch aus, wie unsere Kirche das noch tut. Natürlich gibt es schon hier und da in der Männerwelt Kirche die eine oder andere Frau mit verantwortungsvollem Posten. Dabei hat es aber keinen Sinn, eine Frau etwa zur Personalchefin zu machen, wenn sie selber nicht die Möglichkeit hatte, den priesterlichen Dienst in der Praxis kennenzulernen. <br />•&nbsp; &nbsp; &nbsp;Unsere Sexualmoral bedarf einer gründlichen Revision. Dazu gehört die Aufhebung jeder Fremdbestimmung: das bedeutet Abschied vom Zwangszölibat, Anerkennung und seelsorgliche Begleitung der Zweitehe Geschiedener sowie die Beseitigung von Diskriminierung schwuler und lesbischer Menschen. (In letzterer Frage hat sich Bischof Franz-Josef Overbeck von Essen neulich stark gemacht, neue Denkanstöße in die Diskussion zu bringen. Man wird abwarten, was dabei rauskommt. Hoffentlich nicht nichts!). Sexuelle Fremdbestimmung ist nicht weit entfernt von sexueller Gewalt.<br /><br />Wenn es den Bischöfen in naher Zukunft Ernst ist mit Reformen, dann wird es in naher Zukunft in der Kirche interessant.<br /><br />Amen.<br /><br />]]></description>
   <pubDate>Fr, 10  2019 11:43:23</pubDate>
   <dc:creator>Weber</dc:creator>
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