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  <title>Bibelstellen</title>
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   <title>Die Feldrede Jesu und ihre Bedeutung (Lk 6, 20-26)</title>
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   <description><![CDATA[Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer!<br /><br />Die Seligpreisungen des Lukas erinnern uns an die Seligpreisungen der Bergpredigt im Matthäusevangelium. Lukas macht´s nur kürzer, dafür fügt er den Seligpreisungen noch ein paar Weherufe an. Das klingt schon provokativ. Sind die Weherufe etwa Ausdruck der Schadenfreude jener, die im Leben zu kurz gekommen sind? Mitnichten! – Auf der Suche nach einer Verständnishilfe stieß ich auf eine Predigt, die vor Jahren in der Katholischen Hochschulgemeinde Dortmund zu diesem Lukastext gehalten worden ist. Leider stand der Name des Autors nicht dabei. Trotzdem übernehme ich einige Passagen aus dieser Predigt wörtlich. <br /><br />Da heißt es in einer Geschichte: „Ein Weißer und ein Indianer gehen zusammen durch eine amerikanische Großstadt. Plötzlich bleibt der Indianer stehen und sagt: Ich höre eine Grille zirpen. Der Weiße antwortet: Unmöglich, hier in dem Lärm? Der Indianer tritt an eine Hauswand, an der sich ein Weinstock emporrankt, greift hinter ein Blatt und hält die Grille in der Hand. Tja, sagt der Weiße, ihr Indianer habt eben unheimlich scharfe Ohren. Nein, sagt der Indianer, wir hören nicht besser als ihr. Pass auf! Dann nimmt er ein Geldstück, lässt es auf den Bürgersteig fallen. Blitzartig drehen sich mehrere Passanten um und schauen, wo die Münze liegt. Wir hören immer das, worauf wir achten, sagt der Indianer. Bei uns ist es die Grille, ein Stück Natur, in der wir leben. Bei euch ist es die Münze.<br /><br />Wir hören immer das, worauf wir achten. Nun die Frage: Was hören wir, wenn wir dem Lukastext, den wir vorhin als Evangelium gehört haben, begegnen?<br /><br />In der besagten Predigt spricht der Prediger seine Zuhörer ganz persönlich an. Er sagt: Wenn ihr überzeugt seid, dass ein Mensch mehr wert ist als sein Konto und seine Karriere, mehr als seine Ellenbogen, sein Cabrio und seine schnieke Wohnanlage; wenn ihr auch überzeugt seid, dass wenig daran hängt, wie einer von außen aussieht, weil das Schöne immer von innen kommt und nur um seinetwillen einen / eine andere/n liebhaben kann; wenn ihr von all dem überzeugt seid und ihr darum an alle dem, was man haben, machen, leisten kann, nicht hängt und darum frei seid: Selig seid ihr!<br /><br />Wenn ihr überzeugt seid, dass man Geld nicht essen kann, ja sogar dass es nichts auf der Welt gibt, was uns wirklich satt macht, weil die Sehnsucht von uns Menschenkindern nach einem Erfülltsein dafür viel zu groß ist; dass uns der Hunger nach Brot und erst recht der nach Angenommensein und Liebe beständig daran erinnert, dass wir nicht aus uns selbst bestehen, sondern angewiesen sind auf das, was die Erde und andere für uns übrig haben – und wenn ihr dann noch begreift, dass es trotzdem gut ist mit uns so, wie es ist, weil ihr euch einem verdankt, der euch Leben gönnt und es gut mit euch meint und darum euren Hunger stillen wird: Selig seid ihr, selig schon jetzt, da ihr noch den Hunger spürt, weil er, der euch die Verheißung gibt, zugleich dafür sorgt, dass ihr einst satt sein werdet. <br /><br />Wenn ihr überzeugt seid, dass es nicht nötig ist, immer gut drauf zu sein, da einem manchmal zum Heulen ist, einen wichtigen Wink nicht erkennt, ein anderer (gar lieber) Mensch euch hintergeht, ihr jemanden von eurer Seite auf immer verliert und untröstlich seid. Wenn ihr anerkennt, dass es all das im Leben geben kann und ihr weinen müsst – und trotzdem die Welt darüber nicht zerbricht, weil auch noch das menschlich gesehen Verfehlte und Verlorene – gerade es – in Gottes Hand geschrieben ist: selig seid ihr!<br /><br />Ja, und dann das andere auch noch: die Seligpreisung für die, die wegen ihres Bekenntnisses zu Jesus gehasst, ausgeschlossen und geschmäht werden. Wer überzeugt ist, dass das mit dem Armsein, dem Hungern und Trauern stimmt und das auch noch sagt, der muss mit solchen Reaktionen rechnen. <br /><br />Die Weherufe der lukanischen Feldrede, die den Seligpreisungen folgen, sind nicht Ausdruck der Schadensfreude derer die ansonsten zu kurz gekommen sind im Leben. Nein, sie beschreiben lediglich, was denen passiert, die das Reichsein jetzt, das Sattsein jetzt, das Lachen jetzt , das schöne Gerede der anderen jetzt für das Ganze halten und sich darum an es klammern: ihr habt weg euren Trost, wird ihnen gesagt, weil sie vom Menschen viel zu klein gedacht haben – dass es mit ein bisschen Habe, mit reichlichem Essen, einer Bettaffäre und zünftiger Fröhlichkeit genug sei für ihn“. (Ende des Zitats).<br /><br />Ich selber möchte noch hinzufügen: Wer nur für sich selber lebt, verpasst viel zu viel im Leben, vielleicht sogar den eigentlichen Sinn. Denn Liebe, die gibt und sich hingibt, bedarf anderer Menschen. Liebe genügt sich nie selber. <br /><br />Amen.<br /><br />]]></description>
   <pubDate>Mi, 13  2019 19:58:14</pubDate>
   <dc:creator>Weber</dc:creator>
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   <title>Bericht über Missbrauch in der Kirche (Mk 9,38-48)</title>
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   <description><![CDATA[Meine lieben Zuhörerinnen und Zuhörer!<br /><br />Vielleicht erinnern Sie sich noch, dass Anfang 2010 der damalige Leiter des Berliner Canisius-Kollegs der Jesuiten Pater Klaus Mertes damit begann, eine Serie von Missbrauchsfällen, die in der Vergangenheit in dieser Einrichtung stattgefunden hatten, öffentlich aufzuklären. Das war gewissermaßen der Startschuss für ein öffentliches Nachdenken über sexuellen Missbrauch in der Kirche. Die Öffentlichkeit verlangte Rechenschaft von den Diözesen über den Umfang solcher Fälle und den Umgang damit. Plötzlich hing der Kirche ein Makel an, den fast keiner für möglich gehalten hatte. Die Sensibilisierung für dieses Thema war nun in der Kirche, aber auch darüber hinaus in weltlichen (wir sportlichen u.a.) Einrichtungen und sogar im privaten Bereich der Familien angekommen. Die Kirche versprach schonungslose Aufklärung, aber sie ließ sich nicht in die Karten (sprich: Personalakten) gucken. Wie ein Lauffeuer ging das Thema Missbrauch in der Kirche um die Welt, und der Papst verlangte von allen Ländern Berichte über Anzahl der Fälle und den Umgang damit. Das Ergebnis war mehr als beschämend.<br /><br />Andere Länder als Deutschland sind ihrer Pflicht längst nachgekommen und haben ihre Berichte vorgelegt. Deutschland ist noch dabei und wird den Bericht am 25. September in Fulda der Öffentlichkeit vorstellen. Focus-online hat bereits eine Zusammenfassung des Berichts ins Netz gestellt Danach gab es in den 27 deutschen Diözesen in den letzten 68 Jahren (also seit dem Krieg) etwa1600 Täter, meist Priester, die auf diesem Gebiet 3677 Straftaten verübt haben. (Die meisten Täter sind natürlich längst verstorben.) Nicht enthalten sind in diesen Zahlen die Straftaten, die in Einrichtungen von Ordensgemeinschaften oder anderen katholischen Einrichtungen geschehen sind: wie z. B. im Canisius-Kolleg der Jesuiten, im Benediktiner-Kolleg Kloster Ettal, in Einrichtungen der Regensburger Domspatzen (wo allein 500 Fälle bekannt geworden sind) oder anderen katholischen Heimen. Als Mittel gegen die Straftäter und Straftaten galt: vertuschen, verschweigen tolerieren. Pater Klaus Mertes, der damals im Kanisius-Kolleg mit der Aufklärung begonnen hatte, meint, dass wohl geschätzte 60% der Straftaten unentdeckt geblieben sind, weil keine Anzeige von den Opfern erstattet worden ist. <br /><br />Kritisch wird gegen diese Studie eingewendet, dass externe Ermittler keinen Zugriff auf Personalakten der Diözesen hatten. Das Material, war zuvor von Angestellten der Diözesen ausfindig gemacht worden – nach bestem Wissen und Gewissen – wie versichert wurde. Doch auf diese Weise bleibt die Kirche selbst Ermittler in eigener Sache. Bei dieser Recherche ist festgestellt worden, dass mindestens in zwei Bistümern ganz offensichtlich Akten manipuliert und vernichtet wurden.<br /><br />Das Thema ist also noch lange nicht zu Ende. Nun muss man erst mal abwarten, was die Studie genau zutage fördert. Fragen, die sich dann im Anschluss ergeben sind etwa folgende: Wie geht man mit den Geschädigten um? (Mit der Zahlung eines Geldbetrages - egal in welcher Höhe - ist es sicher nicht getan.) Wie geht man mit den Tätern um? (Das im Evangelium gehörte Mittel mit dem Mühlstein um den Hals und dann ab ins Wasser ist auch keine Lösung.) Welche Konsequenzen zieht die Kirche aus diesen Vorfällen, um Missbrauch zu verhindern? Hat der Zölibat da noch eine Chance?<br /><br />Vielleicht sollte ich noch sagen, dass Kindesmissbrauch kein spezielles Problem nur der Kirche ist. Ich habe heute nur über die Kirche gesprochen. Die Gefahr des Missbrauchs von Kindern gibt es überall, wo Erwachsene mit Kindern arbeiten und zu tun haben: in allen erzieherischen Berufen, im Sport und ganz besonders im häuslichen Umfeld der Familie. Es gibt Fachleute, die behaupten, dass gerade im familiären Bereich die Dunkelziffer der unentdeckten Taten besonders hoch ist. Das ist keine Entschuldigung für kirchliche Verfehlungen, eher ein Signal für besondere Wachsamkeit.<br /><br />Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.<br />]]></description>
   <pubDate>Do, 20  2018 20:04:51</pubDate>
   <dc:creator>Weber</dc:creator>
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   <title>Ne kleine Verzäll üvver de Ih (Jo 2, 1-11)</title>
   <link>http://www.religion-und-spiritualitaet.de/cgi-bin/forum/Blah.pl?m-1518264301/</link>
   <comments>http://www.religion-und-spiritualitaet.de/cgi-bin/forum/Blah.pl?m-1518264301/#num1</comments>
   <description><![CDATA[Ne kleine Verzäll üvver de Ih [Karnevalsprädig 2018] (Jo 2, 1-11)<br /><br />Leev Mädcher un Junge vun Maye! <br /><br />1.&nbsp; &nbsp; &nbsp;De Huzigg zo Kana: off gehoot, dismol op Kölsch.<br />Wat muss dat för e Fess gewäs sin!<br />Dat religiöse Ritual kütt üvverhaup nit zor Sproch.<br />De Haupsach is de Party.<br />Met dobei: der Jesus –<br />dressig Johr jung, voll em Levvenssaff –<br />un sing Mamm, dat Marie.<br />Er weed gesoffe, bes nix mih do es.<br />Dann gitt im sing Mooder ene kleine Wink<br />un der leeve Jung weis, wat hä zo dun hätt.<br />Hä deit sing eets Wunder em Fessrusch.<br />Hä mäht Wasser zo Wing – e extra god Dröppche.<br />Et Levve hätt in voll em Griff.<br />Vun wäge: Asket un null Bock op Vergnöge!<br /><br />Han ich nit Rääch?<br /><br />2.&nbsp; &nbsp; &nbsp;Paps Franziskus hätt letzt Johr entschiede,<br />dat Ihe en Zokunf flöcker annuleert weede künne.<br />E kirchlich Ihgereech deit dann fassstelle,<br />dat de besherige Ih nit gültig wor,<br />weil domols jet verkeht gelaufe wor.<br />Dann künne de Geschiedene noch ens<br />en der Kirch hierode.<br />Wat der Paps ävver nit gesaht hätt – <br />un dat fingen ich unfair –<br />wo mer die Kinder us der Ih, die kein wor,<br />widder zorückgevve kann.<br /><br />Han ich nit Rääch?<br /><br />3.&nbsp; &nbsp; &nbsp;Die Scheidung vun ener Ih es för de Kirch e Rieseunglück.<br />Et heiß: eimol Jo gesaat – immer Jo gesaat.<br />Ich ben ävver der Meinung,<br />dat e Unglöck off och en andere, en positiv Sigg hätt.<br />Am Engk han die Geschiedene nämlich<br />ene ganze Püngel üvver ehr Levve dazo gelehrt.<br />Und dat es doch jet Godes.<br /><br />Han ich nit Rääch?<br /><br />Dovun künnten die unverhierote Kirchefunktionäre<br />sich selvs och en Schiev vun avschnigge.<br />Dann bröten se am Engk nit alle <br />dumm zo sterve.<br /><br />Han ich nit Rääch?<br /><br />Kirchliche Vörschrifte sin off am Levve vobei geschrivve.<br />Un warum?<br />Weil die Berufsmoraliste en denne Ampsstüffcher <br />all dieselve Krankheit han,<br />un die heiß: Realitätsverloss.<br /><br />Han ich nit Rääch?<br /><br />4.&nbsp; &nbsp; &nbsp;Et es noch nit lang her,<br />do dät et op eimol heiße,<br />der Bundesdag soll drüvver avstemme,<br />ov et künftig Hierod för se all gevve soll.<br />Och, denk ich, dat is ävver schön,<br />dat der Bundedag darüvver avstemmp,<br />ov de Pastürsch jetz hierode dürfe. <br />Dat woodt ävver och langsam Zigg!<br /><br />Han ich nit Rääch?<br /><br />5.&nbsp; &nbsp; &nbsp;No god, mer wore övverhaup nit gemeint.<br />Ävver die Schwule und die Lesbe,<br />die dürfe jetz gleichgeschlechtlich hierode.<br />Domet wör de Ih neu definiert, sagen die Moraliste.<br />Na und?<br />Et es doch ärg einfach:<br />Wat denne Heteros rääch un hellig es,<br />dat es denne Homos jetz zomindes och rääch,<br />op dat „hellich“ - also der hellige Sähn –<br />müsse se noch jet waade –<br />ich schätz: höchstens zwei- bis dreihundert Johr.<br /><br />Han ich nit Rääch?<br /><br />6.&nbsp; &nbsp; &nbsp;Ich han ene Vörschlag:<br />De Kirch sollte sich nit in alles enmische,<br />vör allem nit en die ganz intime Aangelegenheite.<br />Ov en Ih geiht ov nit,<br />ov mer noch zosamme levve well ov nit,<br />ov Pänz krigge / Pänz han god es ov nit,<br />dat künne et bess die Zwei entscheide,<br />die et och angeiht.<br />Do soll sich de Kirch ganz erushalde<br />un nit in allem erömschnüffele.<br />Dann bruch sei och weniger Bodenpersonal.<br /><br />Han ich nit Rääch?<br /><br />7.&nbsp; &nbsp; &nbsp;Un jetz – zom Schluss – noch ene Wetz:<br />Säht der evangelische Pastur för singe katholische Kolleg:<br />Ov mer dat noch erlevve,<br />dat katholische Priester hierode dürfe?<br />Enä, säht der katholische, mer nit,<br />ävver vielleich uns Enkelche.<br /><br />Ich dät wünsche, ich hätt Rääch.<br /><br />Leev Lück, dot god op üch oppasse!<br />Blievt gesund un maht üch Freud,<br />denn et Levve duurt kein Ewigkeit.<br /><br />Mayoh!<br /><br />]]></description>
   <pubDate>Sa, 10  2018 13:05:01</pubDate>
   <dc:creator>Weber</dc:creator>
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   <title>Vollmacht über Dämonen (Mk 1, 21-28)</title>
   <link>http://www.religion-und-spiritualitaet.de/cgi-bin/forum/Blah.pl?m-1518264246/</link>
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   <description><![CDATA[Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer!<br /><br />Vielleicht geht es Ihnen wie mir: Wenn ich in der Bibel von Dämonenaustreibungen lese, dann bekomme ich ein ungutes Gefühl. Und ich suche nach Möglichkeiten, die Dämonen weg zu interpretieren. Umso mehr wunderte ich mich, als ich im letzten Jahr ein neu erschienenes Buch in die Hand bekam, das ebendiesen Titel trägt. „Dämonen. Hansens Geschichte“, heißt das Buch. Der Autor ist Jürgen Domian, der bekannte Moderator der nächtlichen Talk-Sendung „Domian“, die 21 Jahre lang auf Eins Live ausgestrahlt wurde. Alle konnten Domian anrufen: Neugierige, Scharlatane, aber vor allem waren es Menschen mit Problemen. Allen lieh Domian sein Ohr.<br /><br />2017 erschien nun sein Buch „Dämonen“, ein Roman, in dem Erfahrungen, die er in den nächtlichen Sendungen gemacht hatte, verarbeitet sind. Die Hauptfigur des Romans ist Hansen. Und Hansen ist zu einem hohen Prozentsatz der Autor selber. Beide sind gleich alt, haben fast gleiche Lebensgeschichten und Lebensanschauungen, lieben Freiheit und Selbstbestimmung, haben die Kirche hinter sich gelassen, können und wollen aber ihre christlichen Wurzeln nicht verleugnen. Im Roman wird Hansen geschildert als lebensmüde. Er ist nicht krank, auch nicht depressiv, er hat das Leben einfach satt. Warum soll er nicht als freier Mensch sein Ende selbst bestimmen können? Darum beschließt er, in der Winternacht zum 21. Dezember, seinem 60. Geburtstag, sich in Lappland nackt in den Schnee zu legen, um zu sterben. Schon im Sommer bricht er auf in den Norden. Er mietet sich eine Hütte und ist allein, ganz allein. Die Stille jedoch weckt in ihm die Dämonen: es sind seine Schuldgefühle oder auch böse Züge in seinem Charakter wie Feigheit und Trägheit. Hansen setzt sich mit all dem auseinander. Er muss es, er zwingt sich dazu. Dämonen sind keine Gespenster, die von außen angreifen, es sind die inneren Befindlichkeiten, die ihn nicht zur erhofften Ruhe kommen lassen. Er muss sich mit ihnen auseinandersetzen, er will sie besiegen, um endlich zur Ruhe zu kommen. Es gelingt ihm sogar. – Als ich diese Passage las, assoziierte ich die Versuchungen Jesu in der Wüste. Die Einsamkeit und Stille setzt jene Gelüste in Szene (eben auch bei Jesus), die das Leben gewöhnlich beherrschen: die Lust auf Macht, auf Geld und Vermögen, auf Ansehen und Erfolg. Doch was zählt im Leben wirklich? Für Jesus war das die Vorbereitung auf sein öffentliches Wirken.<br /><br />Auch Hansen hat diese Prüfungen bestanden. Aber nicht jeder Mensch hat diese Energie zur Selbstheilung. Oft braucht er Hilfe, um mit seinen Dämonen fertig zu werden. Das können Menschen leisten, die viel Empathie verströmen, die zuhören können, die verweilen können, die neue Perspektiven eröffnen können – wie Jesus oder wie Domian in seinen Talk-Sendungen. Den Mitmenschen in seinem Menschsein ernst nehmen, ihm Würde zukommen lassen – wie verkommen er auch ist -, ihn verstehen und akzeptieren und vor allem wertschätzen. Das zählt im Leben – und in der Ewigkeit.<br /><br />Amen.<br /><br />Übrigens: das besagte Buch mit weniger als 200 Seiten ist wahnsinnig interessant und lohnt sich zu lesen. Ein Buch, das nachdenklich macht.<br /><br />]]></description>
   <pubDate>Sa, 10  2018 13:04:06</pubDate>
   <dc:creator>Weber</dc:creator>
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   <title>Was ist Jesus wichtig? (Mt 25, 31-46)</title>
   <link>http://www.religion-und-spiritualitaet.de/cgi-bin/forum/Blah.pl?m-1510521244/</link>
   <comments>http://www.religion-und-spiritualitaet.de/cgi-bin/forum/Blah.pl?m-1510521244/#num1</comments>
   <description><![CDATA[Meine lieben Zuhörerinnen und Zuhörer!<br /><br />Am Ende des Kirchenjahres, heute also, lädt das Evangelium dazu ein, darüber nachzudenken, was nach Jesu Vorstellung eigentlich wichtig und richtig ist im Leben. In einem Bild vom letzten Gericht werden die alles entscheidenden Situationen durchgespielt. Interessant ist übrigens, dass diejenigen, die Gutes getan haben, den weiblichen Tieren, den Schafen, zugeordnet werden, während die Dummen, die ihr Ziel verfehlt haben, den männlichen, den Böcken zugeordnet werden. Das ist selten in der Bibel, dass die Geschlechterdifferenz zugunsten des Weiblichen ausgelegt wird. Am Anfang der Bibel ist Eva die Schwache, die der Versuchung erliegt und damit das Böse tut und entsprechend bestraft wird. Adam dagegen gilt als Opfer weiblicher Verführung. Jesus kehrt den Spieß um – endlich mal.<br />Was auffällt ist, dass alles das, was wir im innerkirchlichen Raum für so wichtig halten, keine Erwähnung findet. Vom Glauben an Gott ist keine Rede, von der regelmäßigen Mitfeier der Liturgie, von den Sakramenten und der Heiligenverehrung keine Spur. Streitfragen zu den unterschiedlichen Kirchenstrukturen, die die Christenheit in Konfessionen oder Sekten aufteilen, sind nicht erwähnt. Wahrscheinlich sind sie auch ganz unwichtig. – Stattdessen werden ganz elementare Situationen aufgezählt, wo einfach Hilfe geboten ist, Menschlichkeit und Nächstenliebe. Da geht es um Hunger, um Durst, Obdachlosigkeit, um Kleidung, die die Blöße bedeckt und vor Erfrieren schützt. Es geht um Krankheit und Einsamkeit. Wer sich davon anrühren lässt und hilft, der hat begriffen, was wichtig ist. Der lebt richtig. – Sind es nicht Situationen, die wir in den letzten drei Jahren, wo Hunderttausende in unser Land geflüchtet sind, zuhauf erlebt haben? Viele haben sich da engagiert, nicht nur Fromme, nicht nur Gläubige, sondern Gutwillige mit und ohne Religion.<br /><br />Völlig neu aber ist, dass Jesus in diesem Gleichnis sich selbst in der Rolle des Armen, des Bedürftigen, des Notleidenden präsentiert. Er selbst ist es, der uns in diesen Menschen begegnet. Seine Zuhörer begreifen das zuerst nicht – weder die Barmherzigen noch die Unbarmherzigen. „Wann und wo haben wir dich so gesehen oder sind dir begegnet?“ Und dann kommt die Erklärung: „Was ihr dem oder der Geringsten meiner Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan.“ Der Ort der Gottesbegegnung sind die Armen, - nicht zuerst die Liturgie, die Sakramente, die Wallfahrt nach Santiago de Compostella, nicht das Gebet im stillen Kämmerlein oder das feierliche Glaubensbekenntnis, nein, es sind zuerst die Armen, die die Schnittstelle zum Himmel sind. – Papst Franziskus hat diese Wahrheit wieder in unser Bewusstsein zurückgeholt. Er hat einmal gesagt: Es gibt eine Realpräsenz des Herrn in der Eucharistie und in den Armen.<br />Die biblische Erzählung ist eine Rahmenerzählung, wie man früher Wahrheiten transportiert hat. Der Rahmen ist nicht das Wichtigste, er ist eigentlich unwichtig. Also das letzte Gericht als Rahmen ist nicht die Offenbarung. Die Offenbarung dieser Geschichte ist, dass wir Gott in den Armen begegnen, also an den Rändern der feinen Gesellschaft.&nbsp;&nbsp;Dort schickt uns Jesus hin – damit wie ihm begegnen.<br /><br />Amen.<br />]]></description>
   <pubDate>So, 12  2017 22:14:04</pubDate>
   <dc:creator>Weber</dc:creator>
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