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  <title>Ostern</title>
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   <title>Die Osterbotschaft nach Markus</title>
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   <description><![CDATA[Meine lieben Zuhörerinnen und Zuhörer!<br /><br />Ich habe Ihnen gerade die Osterbotschaft nach dem Markusevangelium vorgelesen. Wir haben ja das Markus-Jahr, d. h. wir lesen in diesem Jahr hauptsächlich aus dem Markusevangelium vor, um die Art wie Markus die Frohbotschaft überliefert kennenzulernen. Allerdings haben die Liturgen in Rom, die die Texte damals bei der Liturgiereform ausgewählt haben, den letzten Vers der Auferstehungsgeschichte ausgelassen. Und der heißt: „Da verließen die Frauen das Grab und flohen; denn Schrecken und Entsetzen hatte sie gepackt. Und sie sagten niemand etwas davon; denn sie fürchteten sich“ (V. <img src="/blahdocs/Smilies/cool.png" style="vertical-align: middle" alt="" />“ Die Osterbotschaft hat also ganz am Anfang nicht nur Halleluja Rufe und Freude bei den Menschen erzeugt, sondern eben auch Angst und Erschrecken. Letzteres hat Markus in seine Überlieferung aufgenommen. Die Frauen müssen das wohl für einen Spuk gehalten haben, obwohl der Engel im Grab ihnen eine Interpretation, eine Deutung des Geschehens mit auf den Weg gegeben hat. Von daher ist es gar nicht verwunderlich, wenn sich auch heute Menschen schwer tun, die Osterbotschaft recht zu verstehen. Das war wohl zu allen Zeiten so. Und ich erzähle Ihnen nichts Neues, wenn ich sage, dass auch Pfarrer und andere, die Theologie studiert haben, damit ihre Schwierigkeiten haben. <br />Die Schwierigkeit besteht meines Erachtens darin, dass Jesus ein klares Ja zum Willen des Vaters gesagt hat und dieses Ja ihm ein schreckliches Schicksal, nämlich den Tod am Kreuz eingebracht hat. Und nun soll – nach Ostern -&nbsp;&nbsp;auf einmal alles so unwahrscheinlich positiv gesehen werden, als wenn das Schreckliche nicht geschehen wäre. Aber es ist eben nicht so, dass das Schreckliche an Ostern ungeschehen gemacht wird, sondern Jesu Ja zum unabwendbaren Leiden wurde für die Menschen zu einer großen Hoffnung. Das kann man nicht verstehen, das kann man nur als eine Option betrachten, als eine Möglichkeit, mit dem Leid dieser Welt fertig zu werden. Ich möchte es mal so ausdrücken: Jeder Mensch erfährt im Laufe seines Lebens, dass das Leben brüchig ist. Z.B. bleibt uns die Erfahrung nicht erspart, dass ein Mensch, der uns sehr nahe steht, plötzlich stirbt, etwa ein Elternteil, ein Lebenspartner oder das Kind, das eigentlich sein ganzes Leben noch vor sich hatte. – Oder die Erfahrung, dass eine schwere Krankheit ganz plötzlich und unerwartet das Leben auf den Kopf stellt. – Oder die Erfahrung, dass eine Ehe, die mit so viel Erwartungen, gutem Willen und Zuversicht geschlossen wurde, plötzlich zerbricht. – Das alles sind Brüche im Leben, die keiner verhindern kann. Und der größte Bruch ist natürlich der eigene Tod, dem jeder ausgeliefert ist und vor dem sich letztendlich keiner schützen kann. In solchen Situationen stellt sich die Gretchenfrage: „Wie hältst du´s mit der Religion?“ Wie wird man mit den Brüchen im Leben, mit dem Leid, fertig ohne die Religion? Die christliche Religion hält in jedem Leid die Ahnung wach, das&nbsp;&nbsp;ein Fünkchen Hoffnung bleibt, Hoffnung auf Neues, Hoffnung auf Überleben. Und selbst das Sterben des Leibes kann im Zeichen der Hoffnung geschehen.<br />Manchmal bedarf es auch eines mitfühlenden Menschen an der Seite, der an diese Hoffnung glaubt, der sie lebt und in seiner empathischen Art seine Mitmenschen mit Hoffnung und Leben ansteckt. Das ist Ermutigung zum Leben, zum Leben in der Auferstehung. Ostern ist für den gläubigen Menschen das Fest der Hoffnung schlechthin. Und wir alle könnten Zeugen dieser Hoffnung sein – im Wort wie in der Tat.<br />Die Auferstehung Jesu ist kein Spuk, von dem man wegläuft, sondern das Fest des Lebens inmitten des Todes.<br /><br />Amen.<br />]]></description>
   <pubDate>Mi, 4  2018 20:30:22</pubDate>
   <dc:creator>Weber</dc:creator>
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   <title>Was ist Ostern? (Osterpredigt 2016)</title>
   <link>http://www.religion-und-spiritualitaet.de/cgi-bin/forum/Blah.pl?m-1458767878/</link>
   <comments>http://www.religion-und-spiritualitaet.de/cgi-bin/forum/Blah.pl?m-1458767878/#num1</comments>
   <description><![CDATA[Liebe Christen!<br /><br />Was ist Ostern? Ostern ist das Fest der Auferstehung Jesu. Das ist die dogmatisch korrekte Antwort auf die gestellte Frage. Doch was ist Auferstehung? Diese Frage ist sehr schwer zu beantworten. Drei Gedanken:<br /><br />1.&nbsp; &nbsp; &nbsp;Auferstehung ist nicht die Wiederherstellung des alten Lebens.<br />Als Jesus von den Toten auferstand, kehrte er nicht ins alte Leben zurück, wie der Volksglaube es sich manchmal ausmalt. Wenn man am Grab eines Verstorbenen von Auferstehungshoffnung spricht, darf man nicht den Eindruck erwecken, als würde dieser Tote nach Ablauf einer langen Zeit, etwa am letzten Tag der Zeitrechnung – am Jüngsten Tag also – wieder lebendig werden. Die Lebenszeit, die uns auf der Erde geschenkt ist, ist einmalig, und wenn sie einmal abgeschlossen ist, ist sie unwiederbringlich. Was für uns gilt, galt auch für Jesus. Denn er war ja wahrer Mensch. Auferstehung muss also etwas Anderes meinen als einfach Rückkehr ins vorherige Leben. <br />Den Tod eines Menschen zu akzeptieren gehört zu den schwersten Opfern, die uns Lebenden abverlangt werden. Der Tod ist so sinnlos; er zerstört nicht nur das Leben des einen Sterbenden, sondern zugleich den Lebenssinn derer, die zurück bleiben und die mit dem Toten in Liebe verbunden waren. Da darf – wenn in diesem Zusammenhang von Auferstehungshoffnung gesprochen wird, nicht der Eindruck entstehen, als würde diese Sinnlosigkeit irgendwann mal wieder rückgängig gemacht. Nein, der Tod ist end-gültig, er ist grausam, er ist Symbol der Heil-losigkeit dieser Welt.<br /><br />2.&nbsp; &nbsp; &nbsp;Auferstehung ist auch nicht die Hoffnung auf ein kommendes Paradies.<br />Vor allem im Islam ist das Paradies – genannt Dschanna – der jenseitige Ort der Freude, der den Auserwählten verheißen ist. Das entspricht in etwa den biblischen Vorstellungen der Geheimen Offenbarung vom himmlischen Jerusalem oder auch der Vorstellung vom Himmel als Ort Gottes, wo die Gerechten sind. Ähnliche Vorstellungen gibt es in allen Religionen. Aber es ist nicht das, was die Auferstehung Jesu meint. <br />Jesu Auferstehung ist nicht Vertröstung auf die Ewigkeit, wo es uns allen gut geht. Über das, was uns erwartet nach dem Tod, wissen wir am allerwenigsten. Kein Wunder, dass gerade darüber von frommen oder auch durchgeknallten Religionsvertretern am meisten spekuliert wurde und wird. Unsere Auferstehung ist nicht etwas, was erst nach dem Tod oder am Jüngsten Tag stattfindet. Auferstehung hat mit dieser unserer Lebenzeit zu tun. – Was ist gemeint?<br /><br />3.&nbsp; &nbsp; &nbsp;Auferstehung Jesu offenbart sich in dieser heil-losen Welt in jedem Zeichen von Hoffnung.<br />Die Hoffnung stirbt nicht zuletzt, wie der Volksmund behauptet, sondern die Hoffnung besiegt den Tod – jeden Tag aufs Neue. Jedes Zeichen von Hoffnung in dieser armseligen, heil-losen Welt verbinden wir Christen mit der Auferstehung Jesu. Wir dürfen dabei sogar mitspielen. Wenn wir uns um Menschen kümmern, die am Ende sind, die keine Hoffnung mehr haben, die verzweifelt sind, die nichts mehr zu erwarten haben, - wenn wir denen Hoffnung geben, dann legen wir Zeugnis ab von Jesu Auferstehung. Und wir selber spüren dabei ein Stückchen Glückseligkeit, d. h. Auferstehung im eigenen Leben. <br />Tausenden von Flüchtlingshelfern ist es so im vergangenen Jahr ergangen. In unserer Gemeinde ergeht es jedem so, der sich um Nachbarn kümmert, die Probleme haben, um Alte, um Kinder, um junge Familien, die nicht klar kommen, um Trauernde, die mit ihrem Leid nicht fertig werden. – Ostern ereignet sich eigentlich immer, wenn wir uns zur Verfügung stellen. <br />Heute ist Ostern, das Fest der Hoffnung. Ich wünsche Ihnen ein frohes Osterfest – als Hoffnungsgeber oder als Hoffnungsnehmer. <br /><br />Amen.<br />]]></description>
   <pubDate>Mi, 23  2016 22:17:58</pubDate>
   <dc:creator>Weber</dc:creator>
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   <title>Durch Tod zum Leben (Osterpredigt 2014)</title>
   <link>http://www.religion-und-spiritualitaet.de/cgi-bin/forum/Blah.pl?m-1398437982/</link>
   <comments>http://www.religion-und-spiritualitaet.de/cgi-bin/forum/Blah.pl?m-1398437982/#num1</comments>
   <description><![CDATA[Liebe Christen!<br /><br />Die Osterbotschaft – wenn sie mehr sein soll als eine einfache Nacherzählung der biblischen Auferstehungsgeschichte(n) – muss im Kontext unserer Zeit gesehen werden. Erst dann wird die Geschichte, werden die Geschichten zu einer aktuellen Botschaft für uns heute. Die Bewegung geht in der Ostergeschichte vom Tod zum Leben, also genau umgekehrt wie wir es gewöhnt sind. Wir erfahren im Leben, wie der Tod alles vernichtet, wie er das Leben beendet. Ostern aber geht es umgekehrt: das Leben überwindet den Tod. Das klingt wie ein Paradox. Die Botschaft von Ostern besteht also darin, unsere Welt, unsere Welterfahrungen mit österlichem Vorzeichen zu sehen. Das ist eine Weltdeutung, die ein ungeheures Potenzial an Hoffnung freisetzt. Ich will an einigen Beispielen erklären, wie das gemeint ist.<br /><br />1.Beispiel:<br />Wir haben in den letzten Jahren die Spuren des Todes in der Kirche schmerzlich erfahren müssen. Ich erinnere an die ungezählten Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen durch Priester und pädagogisches Personal in der Kirche. Dieses schändliche Verhalten wurde vertuscht, geleugnet und nicht geahndet – quer durch alle Diözesen und das weltweit. Es gab de facto einen Täterschutz, aber keinen Opferschutz. 2010 hat in Berlin der Jesuitenpater Klaus Mertes als Leiter des dortigen Canisiuskollegs die Aufklärung der Missbrauchsfälle ins Rollen gebracht, zuerst in seiner Einrichtung und in der Folge in allen Diözesen. Tausende Kirchenaustritte hat es damals gegeben. Die Kirche stand in der Öffentlichkeit mit dem Rücken zur Wand. – Dann folgte der Finanzskandal. Ich erinnere an Bischof Tebartz-van Elst und seinen Größenwahn, als er über 30 Millionen Euro an allen Kontrollgremien vorbei in den Bau seiner Residenz steckte. Wiederum traten Tausende Katholiken aus der Kirche aus. Und wiederum waren es mutige Priester, die den Skandal öffentlich machten, was dann zum Rücktritt des Bischofs führte. – Die Bischofskollegen, die anfangs mit dem Finger auf ihren Mitbruder zeigten, haben inzwischen Muffensausen. Sie fürchten, kirchenkritische Medien könnten auch ihr Finanzgebaren unter die Lupe nehmen. Und da gibt es sicher manches zu entdecken. Denn die anhaltend gute Konjunktur spült seit Jahren so viele Kirchensteuern in die bischöflichen Kassen wie nie zuvor. Trotzdem müssen die Gemeinden weiterhin auf Sparflamme kochen, während die Diözesen die Überschüsse in Großprojekten anlegen. Der Finanzskandal ist noch keineswegs ausgestanden. – <br />In der öffentlichen Meinung steht die katholische Kirche gegenwärtig ziemlich angeschlagen da. Und trotzdem kann diese Erfahrung heilsam sein. Denn Skandale, die vertuscht werden, richten die Kirche zugrunde. Nur eine radikale Aufarbeitung und ein grundlegender Gesinnungswandel geben Hoffnung auf eine neue Zukunft. Dabei ist es eigentlich egal, ob der Wandel von außen erzwungen oder von innen vorangetrieben wird. Nur der Wandel heilt; nur er kann zu einer neuen Ostererfahrung für die Kirche werden. Ich bin zuversichtlich, dass das mit unserem neuen Papst gelingt.<br /><br />2. Beispiel<br />Frauen haben in der Kirche keine Chance, die Geschicke ihrer Kirche in Leitungsfunktionen mit zu verantworten. Diese Frauenphobie gibt es in keinem anderen Berufszweig mehr, nur in unserer Kirche. Wie eine späte Einsicht, aber immerhin wohltuend, hat daher die Ankündigung von Papst Franziskus geklungen, als er das weibliche Element in der Kirche zu stärken versprach. Was er im Einzelnen damit meinte, hat er noch nicht gesagt. Aber wenn er seinen Worten Taten folgen lässt, könnte auch dieser Wandel in der Kirche zu einer neuen Ostererfahrung führen. <br />Man darf gespannt sein auf die für Oktober in Rom angekündigte Bischofssynode. Da soll es um die Familie und um die Sexualmoral gehen. Zur Vorbereitung dieser Synode hatte Papst Franziskus im letzten Jahr kurzerhand eine Umfrageaktion gestartet. Die Katholiken waren eingeladen, anhand eines Fragebogens offen und ohne Namen zu sagen, was sie von der in der Kirche gepredigten Sexualmoral halten. Unser Papst fürchtet sich nicht vor der Realität. Allein die Tatsache, dass ein Papst weltweit eine Befragung durchführt, ist für mich schon eine Ostererfahrung. Franziskus will sicher nicht Moral demokratisieren, aber es interessiert ihn, wie weit gepredigte Normen dem Menschen zum Leben nützen und zum Gelingen des Lebens beitragen. Vielleicht trägt diese Bischofssynode auch dazu bei, über den Pflichtzölibat der Priester neu nachzudenken und ihn neu zu bewerten. Papst Franziskus ist kein Realitätsverweigerer.<br /><br />3. Beispiel<br />Ich lenke Ihren Blick auf Ihr eigenes Leben. Ostererfahrungen sind da (und nur da) möglich, wo etwas am Boden liegt, wo etwas zu Bruch gegangen ist oder etwas abgestorben ist. Das kommt in jedem Leben vor. Habt keine Angst! Jeder Tod trägt die Chance eines neuen Anfangs, eines neuen Ostern in sich. Etwa: nach dem Verlust eines lieben Menschen, nach dem Scheitern einer Ehe, nach dem physischen Zusammenbruch durch Krankheit, Leid oder Gewalt. Freut Euch und lasst Ostern zu in Eurem eigenen Leben! <br />In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Angehörigen ein frohes und gesegnetes Osterfest.<br /><br />Amen.<br /><br />]]></description>
   <pubDate>Fr, 25  2014 16:59:42</pubDate>
   <dc:creator>Weber</dc:creator>
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   <title>Ostern und die Neuanfänge im Leben (2013)</title>
   <link>http://www.religion-und-spiritualitaet.de/cgi-bin/forum/Blah.pl?m-1365622841/</link>
   <comments>http://www.religion-und-spiritualitaet.de/cgi-bin/forum/Blah.pl?m-1365622841/#num1</comments>
   <description><![CDATA[Liebe Christen!<br /><br />Das Osterfest steht in diesem Jahr unter einem besonderen Vorzeichen: Seit dem 13. März hat die katholische Kirche einen neuen Papst. Die Nähe dieses Ereignisses zum Osterfest, dem Fest der Auferstehung Jesu, beflügelt meine Ostergedanken.<br /><br />Wie war das damals am ersten Ostertag? Frauen waren es, die am frühen Morgen als erste zum Grab kamen. Nach der ältesten Überlieferung, dem Markusevangelium, wollten sie den Toten salben, hatten aber keine Ahnung, wie sie das mit einem großen Stein verschlossene Grab öffnen könnten. Die spätere Überlieferung spricht nur noch von einem Besuch der Maria von Magdala am Grab. Erstaunlicherweise finden die Frauen das Grab offen und leer vor. Zur Trauer um den Tod Jesu kommt nun noch eine gewisse Ratlosigkeit wegen des offenen und leeren Grabes auf. Nach den ersten drei Evangelien sind es die Engel, die das Geschehen deuten: Jesus ist nicht hier, er ist auferstanden. Im Johannesevangelium ist es Jesus selbst, der Maria von Magdala im Grab erscheint und sich so als der Lebendige - also: als der Auferstandene erweist. Was alle Überlieferungen, so verschieden sie auch im Einzelnen sind, gemeinsam haben, ist die Botschaft: Jesu Leben geht weiter. Das Bekenntnis der AuferstehungJesu ist und bleibt daher ein zentraler Glaubensinhalt christlicher Existenz. <br /><br />Auferstehung ist wie ein Neuanfang. Auch in der Kirche erleben wir z. Zt. einen solchen Neuanfang. Wenn ein Papstname ein Programm ausdrückt, dann begründet der neue Pontifex mit seinem Papstnamen Franziskus eine ganz neue Richtung. Denn die Orientierung an Franz von Asissi bedeutet Leben an der Seite der Armen. Das wird ein völlig neuer Aspekt sein für den kurialen Hof im Vatikan mit seinen hunderten von Exellenzen und Eminenzen,die sich gegenseitig den Hof und manchmal den Garaus. Papst Franziskus macht es sich nicht leicht. Sein Programm kann für uns alle zu einer Ostererfahrung werden, denn die Kirche ist nicht tot,sie ist lebendig, sie hat wenigstens heute die Absicht zu einer ganz entscheidenden Reform. Wenn die Kirche in Richtung Armut und Sorge für die Armen in Zukunft ein Zeichen setzt, dann war das eine gute Papstwahl am 13. März 2013.<br /><br />Ich möchte nun aber auch über unsere eigene Lebenssutuation sprechen und wo da Ostererfahrungen vorkommen können. Im Grunde ist jeder Neuanfang oder jede Neuorientierung in der Lage, eine Ostererfahrung hervorzubringen. Zum Beispiel geht das Leben nach dem Tod eines lieben Menschen weiter, und es geht nicht nur weiter, sondern es kann sich wieder zu neuem Lebensmut und Lebenssinn entwickeln. Zum Beispiel kann nach einer schweren Krankheit das Weiterleben auf neue Weise wertvoll, lebenswert und sogar mit einer besondere Sendung verbunden sein.Auch wenn eine Ehe zerbrochen ist, kann eine neue Partnerschaft zu einer österlichen Lebenserfahrung werden. Die Kirche hat Letzteres nicht so gesehen, aber das wäre ja nicht der erste und einzige Fehler, den man der vatikanischen Unfehlbarkeit anlasten muss. Alles was nach persönlichen Katastrophen im Leben zu neuem Lebensmut, zu neuem Lebenssinn und zu neuer Lebensfreude führt. dürfen Sie getrost als persönliche Ostererfahrung deuten. Dazu brauchen Sie keine Genehmigung aus Rom. Und von solchen Ostererfahrungen wünsche ich Ihnen heute, Ostern 2013, eine ganze Menge.<br /><br />Amen.<br /><br />]]></description>
   <pubDate>Mi, 10  2013 21:40:41</pubDate>
   <dc:creator>Weber</dc:creator>
  </item>
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   <title>Ostern heißt Aufstehen</title>
   <link>http://www.religion-und-spiritualitaet.de/cgi-bin/forum/Blah.pl?m-1331978554/</link>
   <comments>http://www.religion-und-spiritualitaet.de/cgi-bin/forum/Blah.pl?m-1331978554/#num1</comments>
   <description><![CDATA[Liebe Christen!<br /><br />Jedes Jahr denken wir erneut darüber nach, was Ostern für uns bedeuten kann. Denn die biblische Botschaft von der Auferstehung muss irgendwie in unserem Alltag geerdet werden, sonst bleibt sie eine fromme Geschichte ohne Auswirkung auf unser Leben. Wenn der hl. Paulus im Brief an die Kolosser sagt: „Ihr seid mit Christus auferweckt.“ (3, 1a), dann spricht er von der Auferstehung als einem gegenwärtigen Geschehen, das heute passiert oder passiert ist und nicht erst am Ende der Zeit eintreten wird. Auferstehung ist die Kraft in uns, die uns immer wieder aufstehen lässt, sooft wir zu Boden stürzen, abstürzen oder einfach am Ende unserer Kraft sind. An drei Beispielen will ich das Gemeinte veranschaulichen.<br /><br />1.&nbsp; &nbsp; &nbsp;Beispiel: Aufstehen nach Niederlagen.<br />Am Karfreitag haben wir noch den Kreuzweg Jesu betrachtet. Der fromme Glaube hat ohne eine biblische Grundlage drei Stationen eingefügt, wo Jesus unter der Last seines Kreuzes zu Boden stürzt. Die Erfahrung der Niederlage, des Zusammenbruchs, das Ich-kann-nicht-mehr ist keinem von uns fremd. Es ist eine allgemeine Lebenserfahrung, die man sogar Jesus nachsagt. Das Aufregende an diesen drei Kreuzwegstationen ist übrigens nicht der Sturz zu Boden, sondern das Aufstehen nach der Niederlage. <br /><br />Es gibt viele Niederlagen, aus denen man selber aufstehen muss, und zwar in der von Gott geschenkten Kraft. Ich denke an die Kranken, die letztlich nur selber der Krankheit Paroli bieten können. Ich denke an die Trauernden, die nach dem Verlust eines lieben Menschen nur selber ihrem Leben einen neuen Sinn geben können, z. B. in einer neuen Liebe oder Partnerschaft oder aber in einem besonderen Engagement im sozialen Bereich. Ich denke an die ewigen Verlierer, denen selten etwas gelingt, die dafür aber oft vom Schicksal gebeutelt oder von den Menschen ausgenutzt und betrogen werden. Auch ihnen nützt auf Dauer kein Selbstmitleid, kein Selbstbedauern. Die Kraft zum Neuanfang muss im eigenen Herzen entdeckt, angenommen und freigegeben werden. Das hat etwas mit Ostern zu tun. Ostern heißt aufstehen. Wohl dem, der jemanden hat, der ihm beim Aufstehen behilflich ist. <br /><br />2.&nbsp; &nbsp; &nbsp;Beispiel: Aufstehen gegen Unrecht.<br />Es hat was mit Ostern zu tun, wenn Menschen sich stark machen, gegen Unrecht aufzustehen. Manchmal ist Unrecht in unserem Denken so selbstverständlich geworden, dass wir es gar nicht als solches wahrnehmen. So ist der Ausschluss der Frauen von allen Ämtern in der Kirche eine Diskriminierung, die wir einfach hinnehmen. In keinem anderen Bereich unserer Berufswelt gibt es so etwas. Die Aufhebung dieser Diskriminierung würde sogar das Problem des Priestermangels teilweise lösen und wieder zu einer geordneten Seelsorge in den Gemeinden beitragen. Stattdessen zerschlagen wir ganze Seelsorgestrukturen und vernachlässigen sträflich Liturgie, Verkündigung und Einzelseelsorge, nur um die Diskriminierung der Frau aufrecht zu erhalten. Das ist übrigens nur ein Beispiel von Diskriminierung in der Kirche. Andere sind: die Exkommunikation der Geschiedenen, die wieder geheiratet haben, die Verachtung der Homosexuellen, die unnachgiebige Haltung gegenüber Christen anderer Konfessionen, die Verweigerung der Mitentscheidung der Kirchenmitglieder bei wichtigen Weichenstellungen in der Kirchenpolitik. Eine österliche Kirche sind wir nicht.<br /><br />In diesen Tagen sehen wir in der weiten Welt, wie Menschen gegen Unrechtsstrukturen aufbegehren, wie sie ihre Despoten und Menschenschinder aus dem Amt jagen – gegenwärtig vor allem in der arabischen Welt. Auferstehung ist nicht nur ein Artikel im Glaubensbekenntnis, das man aufsagt und gegen das man nichts einzuwenden hat. Auferstehung findet da statt, wo Menschen gegen Unrecht und Unrechtsstrukturen aufstehen. <br /><br />3.&nbsp; &nbsp; &nbsp;Beispiel: Aufstehen zum Leben.<br />Es gibt Situationen, da macht sich die Erkenntnis breit, dass eigentlich das ganze Leben verpfuscht ist. Ehen gehen auseinander, Lebenswerke zerbrechen, der Frust macht sich breit, dass alles für die Katz gewesen ist. Das Leben selber bekommt einen Knacks. Es ist wie bei jeder Niederlage, nur viel grundsätzlicher, totaler, ohne Hoffnungsschimmer.<br /><br />Trotzdem glauben wir daran, dass auf Dauer doch ein Schimmer Hoffnung am Horizont aufkommen kann. Manchmal muss man nur sein eigenes Leben ändern, Beziehungen kappen, vielleicht die Ehe beenden, möglicherweise den Beruf aufgeben, auf die Barrikaden gehen, um sein eigenes Leben nicht ins Leere laufen zu lassen. Da kann dann keiner raten, da gilt nur die eigene Entscheidung. Wie immer sie ausfällt, sie ist richtig. Und mögen auch andere Leute sich aufregen oder Unverständnis zeigen. Jeder Mensch ist in seiner Entscheidung souverän. Wo es ums Aufstehen zum Leben geht, haben Rücksichten nicht die Priorität. Ostern ist nicht zu haben ohne die Grausamkeiten des Karfreitags. Ostern ist die Option Hoffnung schlechthin.<br /><br />Amen.<br />]]></description>
   <pubDate>Sa, 17  2012 11:02:34</pubDate>
   <dc:creator>Weber</dc:creator>
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