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  <title>Pfingsten</title>
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   <title>Pfingsten – Fest der offenen Türen</title>
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   <description><![CDATA[Liebe Christen!<br /><br />Als Paulus damals die Christen in Ephesus fragte: „Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet?“, antworteten die: „Wir haben noch nicht einmal gehört, dass es einen Heiligen Geist gibt“. Die Frage, würde man sie in Mayen stellen, würde sicher anders beantwortet werden. Paulus hatte bei seiner Frage damals wohl das Spektakel vor Augen, das Lukas in der Apostelgeschichte so anschaulich schildert und das am Pfingstfest gewissermaßen zum Kerntext der Liturgie geworden ist. Als die Jünger nämlich den Heiligen Geist empfangen hatten, rissen sie Fenster und Türen auf, um buchstäblich aller Welt die großen Taten Gottes zu verkündigen. An Pfingsten war die Angst wie weggeblasen, an ihre Stelle war Begeisterung getreten. Man machte Tag der offenen Tür. Schließlich hatte man nichts zu verbergen. Jetzt kam es darauf an, jedermann den Grund der Hoffnung und Freude offen darzulegen. Und seither feiern wir alle Jahre Pfingsten. Doch: Ist unser Pfingstfest ebenfalls ein Fest der offenen Türen? – Drei Gedanken.<br /><br />1. Die Türen sind für viele verschlossen.<br />Leider ist unsere Kirche in diesem Sinn keine pfingstliche Kirche. So viele Türen sind verschlossen, weil Angst den Hausherrn plagt. Unübersehbar ist zum Beispiel die Angst vor den Frauen, weshalb die Männer die leitenden Funktionen ausschließlich für sich selber vorbehalten. Geradezu hilflos und lächerlich klingen die Argumente, mit denen dieser Zustand immer wieder gerechtfertigt wird. Als wenn Jesus der Frau kein Amt zugetraut hätte!<br /><br />Verschlossen bleiben die Türen auch allen Katholiken, die sich der geltenden Kirchenmoral nicht unterwerfen: Geschiedenen, die wieder geheiratet haben; Männern und Frauen, die unverheiratet zusammen leben; Schwulen und Lesben, die sich öffentlich zu ihrer sexuellen Identität bekennen; Priestern, die nicht länger auf die Ehe verzichten wollen; auch jenen Gläubigen, die aus der Kirche ausgetreten sind (gerade in den letzten Monaten haben wir vieles erlebt, was Anlass zu solchem Schritt gegeben hat). Ihnen allen bleiben die Türen verschlossen – die Türen zu den Sakramenten, dem Kernbereich kirchlichen Lebens. <br /><br />Verschlossen bleiben die Türen zur Mitfeier der Eucharistie auch den nicht-katholischen Christen. Ihr Glaube an Christus, den Gekreuzigten und Auferstandenen, kann noch so tief und überzeugend sein, - solange sie dem Papst die Anerkennung und Gefolgschaft verweigern, gibt es keine eucharistische Gemeinschaft. Selbst konfessionsverschiedenen Eheleuten bleibt diese Gemeinschaft am Tisch des Herrn offiziell verboten. – Sie werden sagen: aber die Praxis in unserer Gemeinde sieht doch ganz anders aus: viel toleranter, nicht so verbissen und allemal offener. Ich sag ja: der größte Teil der Mayener hat mehr Heiligen Geist empfangen als die, die die Kirchengesetze machen. Die müssten sich die Frage des Paulus gefallen lassen, ob sie den Heiligen Geist empfangen haben, als sie gläubig wurden.<br /><br />Schwer tut sich die Kirche auch mit den sog. Querdenkern. Das sind Leute, die in der Kirche deren Außenwirkung zur Sprache bringen. Eigentlich sind die für jede Institution unverzichtbar. Doch bei den Offiziellen sind die ausgesprochen unbeliebt. Ich weiß, wovon ich rede.<br /><br />2. Manchmal öffnet Geld die Türen.<br />Wir sind, wie wir sind: keine Kirche der offenen Tür. Ich muss das leider so deutlich sagen. Was noch schlimmer ist: der Schlüssel, der die Tür öffnet, ist nicht der Glaube, sondern das Geld. Wer zahlt, kann Mitglied werden oder wieder Mitglied sein, wer nicht zahlt, steht außen vor. Ich möchte nicht missverstanden werden: die Kirche braucht Geld, sie braucht Geld für die Bezahlung ihrer Pfarrer und für alles andere Personal (davon lebe auch ich); sie braucht Geld für die Erfüllung sozialer Aufgaben (obwohl die meisten Kosten auf diesem Gebiet vom Staat erstattet werden); sie braucht Geld für die Seelsorge im weitesten Sinn. Doch was mich stört, ist die Tatsache, dass die Kirchensteuerzahlung im Hinblick auf die Mitgliedschaft in der Kirche höher bewertet wird als Glaube, Hoffnung und Liebe. Ich kenne viele Leute, die aus der Kirche ausgetreten sind, deren Glaube keineswegs gleich Null ist. Manchmal engagieren sie sich sogar ehrenamtlich in der Gemeinde, wo dann keiner nach dem Mitgliedsausweis fragt. Sie wissen sehr wohl um die guten Seiten der Kirche und unterstützen sie, aber sie sind nicht bereit, die Kirche in jeder Hinsicht mit zu tragen. <br /><br />Wir werden uns für die Zukunft etwas einfallen lassen müssen, wie wir die Türen der Kirche wieder öffnen, ohne vorrangig auf das Geld zu pochen. Ich habe keine Patentlösung, bin auch kein Fachmann auf diesem Gebiet. Da muss die geballte Intelligenz in den Ordinariaten bemüht werden. Aber ein Umdenken bis in die Gemeinden hinein wird nötig sein. Ein Wechsel steht an.<br /><br />3. Macht die Türen weit auf!<br />Pfingsten mahnt uns: Macht die Türen weit auf! Das gilt für jeden Einzelnen: Sag, was du denkst! Gib Zeugnis von der Hoffnung, die dich trägt! Begrabe den Streit, der dich im Innersten lähmt und unfruchtbar macht! Versöhne dich mit deinem Gegner! Entdecke das Gute in deinen Mitmenschen, auch wenn sie einer anderen Religion, Kultur oder Lebenseinstellung angehören! Freue dich des Lebens und dessen, der es dir geschenkt hat! Sei gastfreundlich und gut!<br /><br />Aber auch für die Kirche insgesamt gilt diese Mahnung: Mach deine Tore weit auf! Weise den nicht zurück, der glaubt – auch dann nicht, wenn er aus Überzeugung oder aus Geiz keine Kirchensteuer zahlt! Biete jedem Heimat, der bei dir heimisch werden möchte – auch wenn er so ganz anders ist und nicht dem gewohnten Christenbild entspricht! Sei gastfreundlich dem Fremden gegenüber – grade dann, wenn er deinen Gott auch seinen Vater nennt! Freu dich und sei freundlich – auch gegenüber den Gläubigen anderer Religionen, Kulturen und Weltanschauungen! Sei eine einladende Kirche, sei eine verbindliche Kirche! Denn wir sind alle Kinder des einen Vaters im Himmel. <br /><br />Bitte: Ärgern Sie sich nicht über Kritisches, das ich gesagt habe, sondern beginnen Sie, Ihre Tore weit aufzumachen. Denn Kirche lebt, wächst und gedeiht von unten. Ich wünsche Ihnen: frohe Pfingsten!<br /><br />Amen.<br />]]></description>
   <pubDate>Di, 25  2010 11:02:19</pubDate>
   <dc:creator>Weber</dc:creator>
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   <title>Sympathische Kirche (Pfingsten 2008)</title>
   <link>http://www.religion-und-spiritualitaet.de/cgi-bin/forum/Blah.pl?m-1211054761/</link>
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   <description><![CDATA[Liebe Christen!<br><br>Pfingsten – so sagt man – ist der Geburtstag der Kirche. Eindrucksvoll hat Lukas in der Apostelgeschichte beschrieben, wie der heilige Geist den Jüngern damals Rückenwind gegeben hat auf dem Weg in eine gute Zukunft. Mit Freude und Begeisterung legten sie Zeugnis ab vor allen Menschen in Jerusalem von dem Grund ihrer Hoffnung und Zuversicht. In der Apostelgeschichte heißt es (2,47): „Sie lobten Gott und waren beim ganzen Volk beliebt. Und der Herr fügte täglich ihrer Gemeinschaft die hinzu, die gerettet werden sollten.“ Muss das ein sympathischer Verein gewesen sein! – Heute erleben wir eher das Gegenteil: die Kirche verliert immer mehr an Sympathie, und die Menschen laufen ihr nicht mehr zu, sondern davon. Ich möchte am heutigen Pfingstfest von drei Aspekten sprechen, die der Kirche wieder Sympathien einbringen könnten, und zwar sowohl bei ihren Mitgliedern als auch bei Außenstehenden.<br><br>1. &nbsp; &nbsp; Offenheit statt Abgrenzung<br>Die Kirche braucht wieder mehr Offenheit: Offenheit z. B. für Geschiedene und Wiederverheiratete, Offenheit für alternative Formen des Zusammenlebens, Offenheit für Frauen in kirchlichen Ämtern, Offenheit für Christen anderer Konfessionen, Offenheit für einen echten Dialog mit den Weltreligionen, Offenheit für Forschung und Wissenschaft – um nur ein paar Gebiete zu nennen. Denn die Kirche ist für die Menschen da, nicht umgekehrt. Sie muss den Wandel der Zeit zur Kenntnis nehmen (sie kann ihn ohnehin nicht aufhalten) und positiv mitgestalten. Eine Kirche, die ihre Identität dadurch zu bewahren sucht, dass sie sich permanent abgrenzt von der Moderne, Entwicklungen in der Gesellschaft und im Lifestyle nicht zur Kenntnis nimmt oder verteufelt, verbaut sich ihre Zukunft. Offenheit bedeutet ja nicht Identitätsverlust, im Gegenteil: Offenheit für die Menschen und die Zeit müsste zum Qualitätsmerkmal der Kirche werden. Das würde ihr neue Sympathien einbringen. <br><br>Die Jerusalemer Christen damals hatten keine Angst, etwas zu verlieren. Mit großer Offenheit traten sie den Weltmenschen entgegen und siehe da: die kamen in Scharen gelaufen und schlossen sich ihnen an.<br><br>2. &nbsp; &nbsp; Anerkennung der Menschenrechte<br>Die Kirche würde mit Sicherheit auch dadurch an Sympathie gewinnen, wenn sie die Charta der Menschenrechte auch für sich selber als verbindlich anerkennen würde. Wir haben zur Zeit die paradoxe Situation, dass der Vatikan im politischen Alltag von totalitären Staaten lautstark die Einhaltung der Menschenrechte fordert, selber aber die Unterschrift unter das Dokument verweigert. Natürlich beinhalten die Menschenrechte mehr als nur das Recht auf freie Religionsausübung, worum es der Kirche vor allem geht.<br><br>Würde die Kirche selber die Menschenrechte voll akzeptieren und auch umsetzen, dann müsste sie auf viele Privilegien verzichten, die bei uns gegen geltendes Zivilrecht verstoßen: zum Beispiel im Arbeits- und Sozialrecht, zum Beispiel im Gleichstellungsrecht von Mann und Frau, im Antidiskriminierungsrecht, im Prozessrecht und vieles mehr. Es müssten zudem demokratische Strukturen eingeführt werden. Damit würde institutionelle Macht grundsätzlich kontrolliert und begrenzt. Sympathisch wäre daran für das Kirchenvolk, dass es in solchen Strukturen auf wichtige kirchenpolitische Richtungsentscheidungen Einfluss nehmen und &nbsp;Kirche mitgestalten könnte. Schließlich ist nach dem Zeugnis der Bibel allen getauften gleichermaßen der heilige Geist gegeben und nicht nur den Inhabern höherer Ämter.<br><br>3. &nbsp; &nbsp; Kirche der Armen<br>Ein letzter Gedanke: Kirche muss von ihrem Selbstverständnis her Kirche der Armen sein. Längst lebt die Mehrheit der Christen in Ländern der Dritten Welt; sie leben zumeist in ungerechten politischen und sozialen Strukturen und in bitterer Armut. Strukturelle Armut bedeutet zugleich Abhängigkeit, Ausbeutung, Erniedrigung. Aber nicht nur um die Kirchenmitglieder geht es, sondern generell um die Armen in dieser Welt. Denn die Armen sind die eigentliche Legitimation der Kirche. Da reicht nicht ein bisschen Wohltätigkeit der Reichen aus, da muss es um Befreiung aus der Knechtschaft ungerechter und unmenschlicher Strukturen gehen. Ist das Aufgabe der Kirche? Die südamerikanischen Befreiungstheologen beantworten diese Frage mit einem klaren „Ja“, während der Vatikan diese Option nicht teilt. Natürlich geht es nicht um Revolution und bewaffneten Kampf, wohl aber um die Solidarisierung mit den Armen und Rechtlosen und um die strukturelle Verbesserung ihrer Lebens- und Arbeitssituation. <br><br>Ist es nicht so, dass auch wir gegenwärtig in unseren Breiten erleben, wie die Reichen immer reicher werden und die Armen ärmer? Das müsste die Kirche aufhorchen lassen. Zeichen der Solidarität mit den Armen sucht man indes vergeblich. <br><br>Sympathisch wird die Kirche nicht durch Anzeigenkampagnen, sondern indem sie sich auf ihren Ursprung besinnt und den Geist Jesu Christi in dieser Zeit lebendig werden lässt. Das würde auch heute die Menschen beeindrucken und ihnen Lust auf Kirche machen.<br><br>Möge die Feier des Pfingstfestes dazu beitragen, dass es bald auch in der Kirche wieder Frühling wird. In diesem Sinne: frohe &nbsp;und gesegnete Pfingsten!<br><br>Amen.<br>]]></description>
   <pubDate>Sa, 17  2008 22:06:01</pubDate>
   <dc:creator>Weber</dc:creator>
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   <title>Der Geist weht, wo er will (Pfingsten)</title>
   <link>http://www.religion-und-spiritualitaet.de/cgi-bin/forum/Blah.pl?m-1148319690/</link>
   <comments>http://www.religion-und-spiritualitaet.de/cgi-bin/forum/Blah.pl?m-1148319690/#num1</comments>
   <description><![CDATA[Liebe Christen!<br><br>Wir feiern Pfingsten, das Fest des Heiligen Geistes, jenes Geistes, dessen Wirken die Bibel hundertfach bezeugt und dessen Anwesenheit auch für unsere Zeit verheißen ist. Die Kirche beansprucht, Mittlerin dieses Geistes zu sein, Dass sie es oft gewesen ist, hat sie in den 2000 Jahren ihres Bestehens bewiesen, dass sie es jedoch nicht immer war, ist ebenso eine Erkenntnis dieser langen Kirchengeschichte. Das ist nicht verwunderlich, denn Jesus selber hat im Gespräch mit Nikodemus den Geist mit dem Wind verglichen. „Der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren ist.“ In Wahrheit gibt es keinen Anspruch, alleiniger Windkanal des Heiligen Geistes zu sein. Er lässt sich nicht kanalisieren, will sagen: er lässt sich nicht institutionalisieren, lässt sich nicht von einzelnen Menschen, Ämtern oder Institutionen vereinnahmen. – Was heißt das für die Kirche? Sie muss sich mehr als bisher dem Heiligen Geist öffnen, und zwar in dreifacher Hinsicht.<br><br>1. &nbsp; &nbsp; Öffnung für den Geist der Zeit<br>Der Zeitgeist hat einen schlechten Ruf, gilt er doch als Modetrend, der einfach das Alte in Frage stellt und Neues zur Norm macht. Insofern ist der Zeitgeist ein Störenfried in allen eingefahrenen Systemen. Der Zeitgeist macht auch die Kirche verrückt. Und darum ist es eigentlich üblich, in Predigten über den Heiligen Geist zuerst vor dem Zeitgeist zu warnen und ihn dann als dem Heiligen Geist entgegengesetzt zu entlarven. Das aber tue ich nicht. Denn ich bin davon überzeugt, dass der Heilige Geist sich in jeder Zeit zeit-spezifisch bemerkbar macht. Ein solcher Geist stört immer den gewohnten Betriebsablauf, weshalb die auf Kontinuität bedachten Kirchenmänner von ihm nichts wissen wollen.<br><br>Konkret: In unserer Zeit braucht die Kirche zeitgemäße Strukturen. Tatsächlich wird derzeit in allen deutschen Diözesen fleißig am Umbau der Strukturen gebastelt. Allerdings geht es den Bastlern nur darum, mit den weniger werdenden finanziellen Mitteln in Zukunft auszukommen. Andere Reformen, die das theologische Denken betreffen, haben noch keine Chancen. Dabei wären hier ein Umdenken und eine Neuinterpretation des Glaubens &nbsp;genau so dringlich. Denn was früher vielleicht richtig war, reicht heute nicht mehr aus, um den Aufgaben gerecht zu werden. So ist die hierarchische Struktur der Kirche z.B. nicht von Gott für alle Zeiten vorgegeben. Sie ist veränderbar, wenn die Zeit es erfordert. Oder der Ausschluss der Frauen von allen kirchlichen Ämtern ist entgegen päpstlichen Behauptungen nicht göttlichen Rechts und könnte jederzeit aufgehoben werden. Dann hätten wir nicht nur den Priestermangel behoben, sondern auch ein Stück Menschenrechtsverletzung in der Kirche beseitigt. Der Priesterzölibat ist kein göttliches Gebot und daher grundsätzlich änderbar, wenn die seelsorgliche Situation es erfordert. Der Heilige Geist redet nicht zu allen Zeiten mit gleicher Zunge, sondern er sagt, was die jeweilige Zeit braucht. Daher ist die Öffnung für den Geist der Zeit eine unumgängliche Gehorsamspflicht kirchlicher Verantwortungsträger.<br><br>2. &nbsp; &nbsp; Öffnung für die Charismen der Laien<br>Die Unterscheidung der Gläubigen in Kleriker und Laien ist schon verhängnisvoll. Das, was alle vor Gott als Christen ausweist, ist ihr gemeinsamer Glaube. Und das grundlegende Sakrament, das das gemeinsame Priestertum aller begründet, ist die Taufe. Taufe und Firmung sind Ausdruck der Vermittlung des Heiligen Geistes. Es ist nicht richtig, dass Papst und Bischöfe grundsätzlich mehr Heiligen Geist empfangen hätten als die sogenannten Laien. Der Geist weht ohnehin, wo er will. Er privilegiert die Amtsträger nicht. (Sonst müsste man das doch merken.)<br><br>Das bedeutet für die Kirche, dass sie sich den Charismen (Geistesgaben) der Laien öffnen muss. Ihre Aufgaben erschöpfen sich nicht nur im Weltdienst. Es gibt Begabungen und Fähigkeiten, die segensreich z.B. für die Verkündigung sein könnten. Wenn Laien sich mit der Bibel beschäftigen, dann muss das gar nicht laienhaft zugehen. So erlebt vor Jahren mit Erstkommunionkatechetinnen, die sich auf einer Tagung mit einem Evangelientext beschäftigten und dabei zu ganz erstaunlichen Einsichten kamen. Nicht jede Predigt eines dazu Geweihten und Beauftragten hat so viel Theologie-Gehalt, wie da zu Tage gefördert wurde. Die Beispiele kann man beliebig ausdehnen. Funktionen, die dem Klerus vorbehalten sind, könnten von Laien, ergänzt, bereichert, verbessert werden - &nbsp;wäre da nicht die klerikale Überheblichkeit, die alles besser machen zu können glaubt.<br><br>3. &nbsp; &nbsp; Öffnung für den guten Geist anderer Religionen<br>Der Heilige Geist weht, wo er will. Diese Einsicht, die ja eine biblische ist, schließt ein, dass auch in anderen Konfessionen, Religionen und sogar in Menschen, die nichts mit Religion zu tun haben, der Heilige Geist am Werk sein kann. Eine solche Erkenntnis mag im Einzelfall bitter sein; aber wenn es der Kirche nicht nur um Prestige und eigenes Ansehen geht, sondern um wirkliche Wahrheit und um das Wohl der Menschen, dann müsste es eine über alle Grenzen hinausgehende Zusammenarbeit geben aller Menschen guten Willens. Pfingsten ist ein geeignetes Datum, an all diese Dinge zu erinnern und die Öffnung für den Geist einzufordern. Der Heilige Geist lässt sich sicher nicht zwingen, aber man könnte ihm ja schon mal die Tür öffnen.<br>Amen.<br>]]></description>
   <pubDate>Mo, 22  2006 19:41:30</pubDate>
   <dc:creator>Weber</dc:creator>
  </item>
  <item>
   <title>Pfingsten</title>
   <link>http://www.religion-und-spiritualitaet.de/cgi-bin/forum/Blah.pl?m-1117615665/</link>
   <comments>http://www.religion-und-spiritualitaet.de/cgi-bin/forum/Blah.pl?m-1117615665/#num1</comments>
   <description><![CDATA[pfingsten (genesis 11, 1-9)<br><br>am besten<br>vergessen sie alles<br>was sie bisher gehört haben <br>über die alte geschichte vom „turmbau zu babel“ <br>für ein uraltes märchen hat man sie gehalten<br>versuch einer erklärung der entstehung der verschiedenen sprachen<br>irgendwann &nbsp;in grauer vorzeit<br><br>aber in wirklichkeit war alles ganz anders<br>neue archäologische forschungen zeigen<br>kein märchen<br>sondern <br>tatsächlich <br>eine ganz konkrete stadt<br>ein tatsächliches geschichtliches ereignis<br><br>der assyrerkönig sargon II. plant viele jahre<br>„tag und nacht“ schreibt er <br>den bau einer stadt <br>dur-scharrukin („haus des sargon“) wollte er sie nennen <br>zur verherrlichung und erinnerung seines eigenen namens<br><br>aus allen unterworfenen völkern<br>auch aus dem gerade besiegten nordreich israel<br>werden zwangsarbeiter nach dur-scharrukin transportiert<br>unter unvorstellbaren bedingungen treiben sie den bau voran<br>sargon befiehlt den zwangsarbeitern <br>wie er schreibt <br>„<span style="text-decoration: underline;">eine</span> rede“<br>er unterstellt sie <span style="text-decoration: underline;">einem</span> befehl<br>ausschließlich in der sprache assurs dürfen sie sich verständigen <br>nicht in ihrer muttersprache<br>eine zusätzliche demütigung der unterworfenen.<br><br>sargon findet bald darauf den tod in der schlacht<br>zwei jahre nach einweihung seiner neuen stadt <br>sein nachfolger <br>sanherib <br>er fürchtet das als böses omen <br>er läßt die stadt unvollendet<br>die deportierten kehren in die freiheit zurück<br>finden ihre eigene sprache wieder<br>die himmelstürmende stadt dur-scharrukin zerfällt<br>gott jahwe selbst<br>so deuten es die zur zwangsarbeit gepreßten israelischen sklaven<br>war herniedergefahren<br>um seinem volk die freiheit wiederzugeben<br><br>so geschehen im jahre 703 vor christus<br><br>sprache <br>herrschaftsinstrument zur unterwerfung und ausbeutung von menschen<br>eine uralte erfahrung<br>wo immer der mensch eine unterworfene kultur vernichten will<br>da unterdrückt er <br>als erstes <br>den gebrauch der muttersprache der besiegten<br>da gibt es viele beispiele auch aus unserer zeit<br>aus rußland und kurdistan<br>aus südtirol und dem baskenland<br>aus wales und so vielen anderen<br>mit sprache wird herrschaft ausgeübt<br>der weltweite siegeszug des englischen<br>symbol für den „american way of life“<br>ist da eine weitere illustration<br><br>sprache schafft jeweils auch eine neue wirklichkeit<br>die älteren unter uns erinnern sich<br>im dritten reich wurde <br>mit sprache<br>wirklichkeit geschaffen im sinne der machthaber <br><br>menschen werden als &nbsp;„ungeziefer“ benannt<br>das setzt die tötungshemmung herab<br>menschen darf man nicht töten<br>ungeziefer schon. &nbsp;<br><br>oder die parole „ein volk, ein reich, ein führer“<br>die sprache trimmt den menschen <br>auf vereinheitlichung des denkens und des wollens<br>im keim erstickt werden geistige vielfalt und kontroverses argumentieren &nbsp;<br><br>das war immer so<br>das wird immer so sein<br>sprache schafft wirklichkeit<br>und die versuchung ist groß<br>sich dies zunutze zu machen<br>und menschen im sinn der eigenen ziele zu manipulieren<br><br>einige beispiele aus der gegenwart mögen das belegen<br><br>- die müllhalde wird zum „entsorgungspark“.<br>- der arbeiter wird nicht entlassen, er wird „freigesetzt“. <br>- fußballspieler werden „verkauft“.<br>- der krieg im irak war kein krieg sondern eine „chirurgische operation“.<br>- menschen, die an den anforderungen unserer gesellschaft scheitern,<br> &nbsp;sind „wohlstandsmüll“<br>- und die krebskranke patientin, eine junge mutter von drei kindern vielleicht mit<br> &nbsp;großer angst und verzweifelten fragen, wird im jargon mancher krankenhäuser<br> &nbsp;reduziert auf „den tumor von zimmer 13“<br>- nach wie vor ist sprache ein indikator der geschlechtergerechtigkeit in einem land<br><br>sprache schafft wirklichkeit<br>und sprache ist herrschaft<br>insofern <br>ich habe viel verständnis für alle<br>die hier den finger in die wunde legen<br>die sprache immer wieder befragen <br>auf ihre nationalistischen<br>rassistischen<br>sexistischen komponenten<br>auch wenn dieser sprachliche purismus <br>manchmal <br>durchaus seltsame blüten treiben mag<br><br>es ist darum wohl nicht der turm<br>es ist auch nicht die stadt<br>die gott <br>in der biblischen erzählung <br>sorgen bereiten<br>die sind ja <br>obwohl sie doch „bis an den himmel“ reichen sollten<br>so winzig<br>daß er sie <br>offensichtlich <br>von oben gar nicht richtig begutachten kann<br>da muß er „herniederfahren“<br>da muß er ganz runter und auf die knie gehen<br>vielleicht braucht er sogar eine brille<br>um dieses türmchen sich anzuschauen<br>nein<br>die entscheidende herausforderung der gottheit gottes <br>das ist die „eine sprache“<br>von der in der biblischen erzählung die rede ist<br>diese anmaßung des menschen<br>neue wirklichkeiten an gott vorbei schaffen zu wollen<br>da wird gottes liebevoller plan für diese welt <br>für eine bunte fröhliche vielgestaltige<br>immer wieder <br>furchtbar pervertiert und auf den kopf gestellt<br><br>- wo die große bunte vielfalt des menschlichen lebens, männer und frauen mit <br> &nbsp;hoffnungen und träumen und ängsten und geschichten, in volkswirtschaftlicher <br> &nbsp;diktion reduziert wird auf den begriff „arbeitskräfte“, da werden diese menschen in <br> &nbsp;ihrer ebenbildlichkeit gottes zutiefst entwürdigt.<br>- wo krieg nicht mehr als krieg bezeichnet und als sünde begriffen werden darf, <br> &nbsp;sondern kleingelogen wird zum „konflikt“ oder zur „operation“ (was ja das <br> &nbsp;verständnis von „hei-lung“ nahelegt), &nbsp;da wird die prophetische verheißung <br> &nbsp;vom „shalom“, vom frieden gottes, mit füßen getreten.<br>- wo schließlich, um ein letztes beispiel aus einem schier unerschöpflichen vorrat zu <br> &nbsp;bemühen, &nbsp;das wort „liebe“ mißbraucht wird, um die käufliche sexualität des <br> &nbsp;menschen zu be-schreiben, da wird damit gleichzeitig die liebe als lebenskraft, als <br> &nbsp;göttliches wirken in dieser welt verhöhnt.<br><br>es geht <br>auch hier wieder <br>um das selbe uralte lied von allem anfang an<br><br>martin luther sagt<br>der mensch kann<br>weil er mensch ist<br>nicht wollen, daß gott gott ist<br>er würde sogar am liebsten wollen, daß <span style="text-decoration: underline;">er</span> gott ist <br>und daß gott <span style="text-decoration: underline;">nicht</span> gott ist.“ <br><br>der mensch wird zum sklaven seiner eigenen überheblichkeit<br>gefangener einer selbst geschaffenen wirklichkeit ohne gott<br>über die folgen dieser wirklichkeit brauchen wir hier nicht zu diskutieren<br>sie sind allgegenwärtig<br>so bleibt nur die verzweifelte frage<br>wer <br>um gottes willen! (buchstäblich!)<br>befreit den menschen aus seiner selbstgeschaffenen sklaverei<br><br>die alten israels hatten gott erfahren als den<br>der „herniederfährt“<br>der seinem volk die freiheit bringt<br>gott kommt herunter auf die ebene des menschen<br>die ganze bibel ist voll von erinnerungen an einen gott<br>der immer wieder &nbsp;„herniederfährt“<br>um seinem volk nahe zu sein<br>die ganze geschichte des jesus von nazareth <br>es ist die geschichte des „heruntergekommenen“ gottes<br>buchstäblich<br>„das wort ward fleisch und wohnte unter uns“<br>man kann die geschichte jesu nicht anders erzählen<br>denn als die geschichte gottes<br>der herabkommt an die seite des menschen<br>um diesen menschen aus seiner <br>selbstverschuldeten <br>sklaverei seiner selbst zu erlösen<br><br>natürlich <br>das sind alles uralte geschichten<br>niemand von uns hat ihn zu gesicht bekommen <br>den niedergefahrenen gott <br>und jesus ist auch nicht mehr unter uns<br>seine tage auf dieser erde sind auch schon 2000 jahre her<br><br>und doch <br>unbestreitbar <br>sein geist ist unter uns lebendig<br>immer noch und immer wieder<br>was sonst denn sollte menschen treiben<br>sich <br>um der liebe und der wahrheit willen <br>mund und finger zu verbrennen <br>was sonst denn sollte mut machen,<br>auch aussichtslose verhältnisse nicht einfach hinzunehmen<br>sondern dem leiden der menschen die stirn zu bieten<br>die unfreiheit und unterdrückung<br>folter und haß <span style="text-decoration: underline;">nicht</span> zu tolerieren <br>was sonst denn sollte menschen bewegen <br>der gewalt eben nicht mit gewalt zu begegnen <br>und dem haß nicht mit haß<br><br>die bibel hat<br>auf ihren ersten seiten <br>die geschichte vom turmbau erzählt<br>und von der diktatur der „einen“ sprache <br>ganz am ende <br>in der apostelgeschichte<br>beschreibt sie eine ganz andere erfahrung<br>wie der geist gottes <br>brausend und feurig<br>„herniederfährt“<br>und mitten unter das verängstigte häuflein der jünger fährt<br>und wie mit einem mal in &nbsp;jerusalem menschen aus aller herren länder &nbsp;parther und meder und elamiter<br>wir haben es gerade gehört<br>die sprache der liebe gottes verstehen<br>wie sie einander als geschwister begreifen<br>einander neu schenken<br>die vorenthaltene würde und gegenseitige achtung<br>und sich geliebt wissen als kinder des einen befreienden gottes<br>da ist sie<br>die machtvolle gegenbewegung<br>der anbruch einer neuen zeit<br><br>wie hatte der prophet &nbsp;sacharja verheißen? <br>„es soll nicht geschehen durch heer oder kraft<br>sondern durch meinen geist<br>spricht der herr.“ <br>ein neuer geist,<br>der dem leben eine bahn öffnet<br>der den menschen aus seiner selbstversklavung erlöst.<br>der mensch findet die sprache wieder<br>in vielstimmigem jubel das lob seines schöpfers zu singen<br>der mensch weiß sich geliebt von gott <br>und er wird so frei<br>auch sich selbst und seinen nächsten zu lieben<br>der mensch weiß sich getragen und geborgen <br>und wird so befähigt<br>voller vertrauen in die zukunft zu gehen<br><br>der unfreie mensch begegnet dem leben voller mißtrauen<br>er muß die dinge unter kontrolle halten<br>er muß alles planen<br>er muß alles selber steuern<br>er kann nur einen einzigen weg <br>nämlich seinen eigenen <br>als richtig und wahr zulassen<br>wo aber gottes geist „herniederfährt“<br>wo seine liebe unter uns gestalt annimmt<br>da können wir uniforme sprache <br>und uniformes denken <br>getrost vergessen <br>da verstehen sich die menschen <br>auch über die schranken ihrer unterschiedlichen traditionen und glaubensvorstellungen hinaus<br>und da können wir dann die türme und mauern menschlicher selbstverherrlichung getrost ei-nem gnädigen verfall überlassen<br>es wird genau sein wie vor urzeiten <br>beim verfall von dur-scharukkin<br>dem hat auch niemand eine träne hinterhergeweint<br><br>amen!<br>]]></description>
   <pubDate>Mi, 1  2005 10:47:45</pubDate>
   <dc:creator>Petersen</dc:creator>
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