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  <title>Weihnachten</title>
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   <title>Das Rettungsboot und die Krippe</title>
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   <description><![CDATA[Das Rettungsboot und die Krippe (Weihnachtspredigt 2016)<br /><br />Liebe Christen!<br /><br />In den vergangenen zwei Jahren sind bekanntlich viele Flüchtlinge in unser Land gekommen. Hunderttausende kamen in überfüllten und kaum seetauglichen Booten über das Mittelmeer Richtung Europa. In den Medien konnte man fast täglich lesen von gekenterten Booten und ertrunkenen Menschen. Man nennt die Zahl 3800 allein für dieses Jahr. Das Boot, das eigentlich ein Symbol für Rettung und Hoffnung ist, wurde zugleich auch zum Mahnmal für den Untergang. Ein solches Boot diente am Fronleichnamsfest dieses Jahres dem Kölner Kardinal Rainer Maria Wölki auf der Domplatte als Altar bei einem Gottesdienst unter freiem Himmel. Später wurde das symbolträchtige Boot im Kölner Dom ausgestellt. Zu Weihnachten – so berichtete der Kölner Stadtanzeiger – wird dieses Boot in St. Maria in Lyskirchen im Kölner Hafengebiet die Krippe aufnehmen. Das Besondere an dieser Krippe ist, dass sie eine Milieukrippe ist mit Figuren aus dem kölschen Milieu vornehmlich des 19. Jahrhunderts. In diesem Jahr soll mit dem Boot an der Krippe auch an die menschliche Tragödie, die sich derzeit im Mittelmeer abspielt, erinnert werden. Es wird sich lohnen bei einem Köln-Besuch in der Weihnachtszeit sich diese Krippe anzuschauen. Sie ist wie eine Übersetzung der Weihnachtsbotschaft in unsere heutige Zeit. Die Botschaft lautet auf einen kurzen Nenner gebracht: Gott wird Mensch für alle, weil er alle Menschen liebt.<br />Wenn man das Boot sieht, stellt sich einem die Frage: Wer steigt in so ein Boot? Es sind Menschen, die sich in Sicherheit bringen wollen. Die Einen sind politisch Verfolgte, andere haben Angst, im Bürgerkrieg getötet zu werden, wieder andere haben einfach Hunger und entbehren das Lebensnotwendigste. Vor allem junge Leute wissen, dass es in anderen Ländern dieser Erde mehr Lebenschancen gibt. Und so machen sie sich einfach auf den Weg. Sie überlegen nicht lange, ob sie asylberechtigt sind oder nicht, sie brechen einfach auf und haben die Hoffnung oder auch Illusion, dass alles gut geht. Sie wollen leben, mehr nicht. - In der Menschheitsgeschichte hat es immer wieder solche Fluchtbewegungen gegeben. Die Geschichtsbücher nennen das Völkerwanderungen und erwähnen dabei selten die hintergründige Not und Motivation. Auch das Volk Israel hat nach der Schilderung des Alten Testaments des öfteren solche Vertreibungen und Wanderungen erlebt – immer in der Hoffnung, irgendwann das gelobte Land zu erreichen. Und Gott selbst hat sie auf diesen Wegen begleitet, beschützt und gestärkt. In dieser Perspektive muss man wohl auch die Menschwerdung Gottes in der Person Jesu sehen. Sie ist ein Akt des Entgegenkommens gegenüber den Menschen, die aufbrechen, um ihr Heil zu suchen. Denn das Verlangen nach einer besseren Welt bricht sich immer wieder neue Bahnen. Ein Jeder ist davon überzeugt, dass die Güter dieser Erde allen Menschen gehören. Und das ist ja wohl auch richtig so. Natürlich hat es damals wie heute Probleme gegeben sowohl auf Seiten der Flüchtenden und Zuflucht Suchenden als auch auf Seiten derer, die um Gastfreundschaft oder Hilfe gebeten werden. Reibungslos geht so etwas nicht vor sich. <br />Ich darf noch einmal an das Boot erinnern, von dem ich anfangs sprach und das an der Krippe in Köln in St. Marien in Lyskirchen seinen Platz gefunden hat. Das erinnert mich an das alte Weihnachtslied „Es kommt ein Schiff geladen….“. Der Text spricht von dem großen Geschenk Gottes, dem menschgewordenen Sohn, der mit diesem Schiff unter uns ankommt. „Das Segel ist die Liebe, der Heilge Geist der Mast“. In dieses Schiff sind auch wir – bildlich gesprochen – mit der Taufe eingestiegen. Und nun klammern sich noch so viele andere Menschen (Fremde) an dieses Boot und wollen mit uns in eine bessere Welt segeln. Und plötzlich werden wir über alle Religionsgrenzen hinweg zu Reise- und Lebensgefährten. Das ist eigentlich eine großartige Sache. – Wenn wir doch nur nicht so kleinkariert an unseren eigenen Kram denken würden. Mit uns im Boot sitzt Jesus, und der große Gott gibt diesem Boot Geleit. Was kann uns da eigentlich noch passieren?<br />Feiern Sie mit viel Zuversicht Weihnachten und gehen Sie mit viel Hoffnung ins neue Jahr!<br /><br />Ich wünsche Ihnen von Herzen frohe Festtage.<br />]]></description>
   <pubDate>So, 11  2016 19:28:56</pubDate>
   <dc:creator>Weber</dc:creator>
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   <title>Advent und das Warten</title>
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   <description><![CDATA[Liebe Christen!<br /><br />Der Advent ist in diesem Jahr so lang wie selten: volle vier Wochen, und heute ist Halbzeit. Advent ist die Zeit des Wartens. Als ich Kind war, habe ich mich immer auf das Ende dieser Wartezeit gefreut. Denn dann kommt Weihnachten, das Fest mit den vielen Geschenken für uns Kinder. Ich erinnere mich noch sehr genau, wie ich als Kind im Kindergartenalter eines Tages die Zeit des Abwartens auf meine Weise verkürzt habe. Ich legte mich auf den Bauch vor die verschlossene Wohnzimmertür. Die Unterkante der Tür schloss nicht blickdicht mit den welligen Holzdielen des Wohnzimmerbodens, sondern gab durch einen winzigen Spalt den Blick auf den Wohnzimmerboden frei. Und da stand er: der kleine rot angestrichene Zug aus Holz, mein großer Wunsch vom weihnachtlichen Wunschzettel. Mit überschwänglicher Freude stürmte ich zu meinen Eltern und erzählte, was ich entdeckt hatte. Aber leider teilten die meine Freude nicht. Sie schauten sich gegenseitig an und mussten sich eingestehen, dass da etwas falsch gelaufen war. – Solche Erlebnisse vergisst man nie.<br />Ob wir nun Kind sind oder erwachsen oder schon alt, wir alle kennen das Warten. Kinder können es manchmal nicht abwarten, bis Erwachsene ihre leichtfertig gegebenen Versprechen endlich einlösen; junge Frauen warten oft monate- oder jahrelang auf den ersehnten Heiratsantrag ihres Freundes; der Examenskandidat wartet mit Ungeduld auf den Bescheid, dass er sein Examen bestanden hat; und Oma wartet und wartet, dass endlich einer kommt und sich um sie kümmert. So warten wir eigentlich das ganze Leben lang immer auf irgendetwas: dass es eintreten möge oder eben nicht, dass irgendetwas gelinge oder dass irgendein glücklicher Zufall das Leben endlich in neue Bahnen bringe. Das Warten kommt an kein Ende. <br />In der Kirche gibt es im Ablauf des Jahres eigentlich zwei bewusste Wartezeiten: den Advent als Warten auf Weihnachten und die Fastenzeit als Warten auf Ostern. Es sieht so aus, als würden diese Wartezeiten Punkt um nach Ablauf einer bestimmten Anzahl von Tagen vorbei sein. Man braucht das Warten nur auszuhalten und dann ist das Erwartete plötzlich da mit allen Überraschungen, die so ein Fest bietet: von der Kulinarik angefangen über die Mode, die zur neuen Jahreszeit gehört bis hin zur Jubelliturgie in der Kirche, die alle Traurigkeit übertönt und wegschwemmt. <br />Doch so leicht und oberflächlich ist das mit dem Warten nicht. Wie viele Hoffnungen und Erwartungen gibt es bei den Menschen, die sich nie erfüllen? – ein ganzes Leben lang nicht. Die Festtagsfreude ist manchmal eine nur gespielte und keineswegs immer eine reale; man freut sich eben, weil das so erwartet wird und macht einfach eine gute Miene zum bösen Spiel – auch wenn es einem innerlich gar nicht zum Lachen oder Freuen zumute ist. Die Unerfüllbarkeit unserer zutiefst eingepflanzten Sehnsucht nach Glück, Geborgenheit und Lebensfülle wird uns in solchen Augenblicken bewusst. Es gibt nicht den Himmel auf Erden. Der Himmel bleibt eine Verheißung für die Ewigkeit. Und genau das haben die frühen Christen erfahren nach dem Tod Jesu, der ihnen als Freund und Bruder zur Seite gestanden hatte. Als Jesus weg war, fühlten sich die Jünger verwaist. Sie glaubten an die Wiederkunft Christi, und zwar in unmittelbarer Zukunft, aber diese Wiederkunft blieb aus – bis heute. Und so warten wir weiter – über die Jahre weg, über jede neue Advents- und Fastenzeit hinweg, bis der Tod uns jener Vollendung zuführt, die Gott selber ist. Erst damit kommt unser Warten ans Ziel. <br />Es gibt Menschen, die kennen das Warten sehr wohl, aber sie haben den Glauben an etwas, das nach dem Tod kommen könnte, längst aufgegeben. Sie begnügen sich mit den gesellschaftlich akzeptierten Wartezeiten, an deren Ende meist ein Fest, eine Prämie, ein Bonus oder sonst ein Kick steht (und wenn es nur ein Feuerwerk ist). Religion spielt da dann keine Rolle mehr. Religion hat nämlich grundsätzlich etwas über jene Zukunft zu sagen, die den Tod überschreitet („transzendiert“). Religion ist wie das Gedächtnis der Menschheit. Und diesem Gedächtnis mit Nicht-Achtung zu begegnen oder es einfach zu leugnen, ist, als würde man einen blinden Fleck als Segen bezeichnen. - Ich könnte das nicht.<br />Und was sagt unsere Religion über das Ende des Lebens, über unser Lebensziel und über das, was uns am Ende erwartet? Am Ende steht Gott, der uns erwartet. In ihm kommt all unser Sehnen, Hoffen, Lieben, Warten und Erwarten an ein Ende – wie Augustinus sagt: “Unruhig ist unser Herz, bis es ruhet in dir.“ Möge uns diese Unruhe nach Gott erhalten bleiben.<br /><br />Amen.<br />]]></description>
   <pubDate>So, 11  2016 19:28:17</pubDate>
   <dc:creator>Weber</dc:creator>
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   <title>Weihnachten und die Ströme der Flüchtlinge und M.</title>
   <link>http://www.religion-und-spiritualitaet.de/cgi-bin/forum/Blah.pl?m-1448192180/</link>
   <comments>http://www.religion-und-spiritualitaet.de/cgi-bin/forum/Blah.pl?m-1448192180/#num1</comments>
   <description><![CDATA[Weihnachten und die Ströme der Flüchtlinge und Migranten<br /><br />Liebe Christen!<br /><br />In diesem Jahr (2015) feiern wir Weihnachten in einem ganz besonderen gesellschaftlichen Kontext. In den letzten Wochen und Monaten sind Tausende von Flüchtlingen und Migranten in unser Land geströmt und suchen hier Schutz für Leib und Leben und eine Zukunft, die besser sein möchte als im Land, aus dem sie geflohen sind. Ich meine, dass wir als Christen in dieser besonderen Situation kein schlechtes Bild abgegeben haben. <br />Ich will erläutern, was ich so positiv finde:<br /><br />•&nbsp; &nbsp; &nbsp;Die politische Führung hält die Grenzen offen für Schutz Suchende aus Kriegsgebieten und für im Heimatland Verfolgte.<br />•&nbsp; &nbsp; &nbsp;Die Bevölkerung ist unheimlich hilfsbereit – die Einen aus christlicher Verantwortung, organsiert in entsprechenden Organisationen; andere aus humanitärer Einstellung, organisiert in Hilfsorganisationen der unterschiedlichsten Art; manche als Einzelkämpfer, andere auch als Teams. Die Menschen helfen einfach, ohne auf die Religion oder Weltanschauung der anderen Helfer zu schauen. Und das geht offenbar.<br />•&nbsp; &nbsp; &nbsp;Dadurch beeinflussen die Helfer maßgeblich die öffentliche Meinung und das Klima in der Flüchtlingsfrage positiv. Das ist das wirksamste Mittel, Ausländerfeindlichkeit in Schranken zu weisen.<br />•&nbsp; &nbsp; &nbsp;Die Flüchtlinge sind in der Regel muslimischen Glaubens. Das stört keinen, ihnen jegliche Hilfe angedeihen zu lassen.<br />•&nbsp; &nbsp; &nbsp;Wir stehen buchstäblich not-gedrungen in Kommunikation mit Menschen islamischen Glaubens und erfahren so, welche Kraft ihnen ihr Glaube gibt. Das ist ein Lernprozess am Menschen.<br />Im Übrigen ist Flucht, um sein eigenes Leben zu retten, durchaus ein biblisches Thema. Maria und Josef fliehen mit ihrem Kind von Nazareth nach Ägypten, weil der Pharao dem einen Kind Jesus nach dem Leben trachtet und daher vorsichtshalber alle Jungen seines Alters töten lässt. – Und wir Deutsche wissen doch aus geschichtlicher Erfahrung, wie wichtig es ist für Menschen, denen man nach dem Leben trachtet, dass sie nach der Flucht auch irgendwo eine Zuflucht finden. – Ich halte es für wichtig, dieses humanitäre Engagement in Deutschland am Weihnachtsfest, dem zentralen Fest der Menschlichkeit Gottes, lobend zu erwähnen. Das Lob möge dazu beitragen, dass wir in unserer Hilfe nicht nachlassen, sondern dass wir auch weiterhin für die Menschen da sind, die unserer Hilfe bedürfen. Es ist noch viel zu tun.<br />Wer hilft, hat anschließend ein gutes Gefühl; das kennen wir alle. Das ist ein Glücksgefühl. Glück kann man nicht kaufen. Glück stellt sich ein im Umgang mit Menschen, denen man wichtig geworden ist. Das wissen verliebte Paare, auch schwule und lesbische, das kennen Pflegerinnen und Pfleger und eben auch Flüchtlingshelfer.<br />Ich wünsche Ihnen an dieser Stelle ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest, Glück und inneren Frieden<br /><br />Amen.<br /><br />]]></description>
   <pubDate>So, 22  2015 12:36:20</pubDate>
   <dc:creator>Weber</dc:creator>
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   <title>Das menschliche Antlitz Gottes (Weihnachten2013)</title>
   <link>http://www.religion-und-spiritualitaet.de/cgi-bin/forum/Blah.pl?m-1387016187/</link>
   <comments>http://www.religion-und-spiritualitaet.de/cgi-bin/forum/Blah.pl?m-1387016187/#num1</comments>
   <description><![CDATA[Liebe Christen!<br /><br />Das Weihnachtsfest ist unter den Festen des Kirchenjahres das beliebteste. Die Geburt eines Kindes ist immer ein großes Ereignis, das viel Freude bereitet. Und Hoffnungen werden damit verbunden, dass aus diesem Kind mal etwas wird. Zum diesjährigen Geburtstag Jesu möchte ich Ihnen zwei Gedanken mit auf den Weg geben in der Hoffnung, dass sie Ihnen gut tun.<br /><br />Wer ist Jesus?<br />Jesus ist in diese Welt hineingeboren worden, und die Leute werden auch bei ihm gefragt haben: Was wird aus diesem Kind mal werden? – Wie jeder andere Menschen hat auch Jesus seine Lebensgeschichte. Keiner wird als fertig geprägter und ausgebildeter Mensch geboren, der sich künftig nicht mehr ändern könnte. Ein neugeborenes Kind hat noch alles vor sich: die ganze Geschichte seines Werdens und Wachsens, seiner Bildung und Ausbildung, seiner Berufung und seines Berufes. – Und so wird es auch wohl bei Jesus gewesen sein. Er hat sich ganz und gar den Bedingungen und Risiken menschlicher Entwicklungen unterworfen. Und erst gegen Ende seines Lebens wird seine eigentliche Berufung erkennbar. Er predigt Liebe statt Hass, Feindesliebe statt Vergeltung; er heilt Kranke und schenkt den Armen besondere Aufmerksamkeit; er kümmert sich um jedwede Mühselige und Beladene; er begegnet der Gewalt seiner Peiniger mit Gewaltlosigkeit und vergibt denen, die ihn quälen. Was für eine Bedeutung dieser Mensch für seine Zeitgenossen hatte und für alle, die ihm im Laufe der Zeit nachgefolgt sind, wird eigentlich erst nach Ostern in vollem Umfang deutlich. Er ist das menschliche Antlitz Gottes. In ihm spiegelt sich das Wesen des unsichtbaren Gottes: Menschenfreundlichkeit und Güte. Deshalb hat man Jesus auch den Namen „Sohn Gottes“ gegeben. – Solche Persönlichkeiten, die Gott in dieser Welt transparent machen, gibt es nur selten. Sie sind selbst in der Kirche eine Ausnahme.<br /><br />Franziskus, der Reformer.<br />Und nun möchte ich Ihre Aufmerksamkeit richten auf Franziskus, unseren neuen Papst. Er hat sich ein großes Ziel gesetzt. Er möchte, dass die Kirche, die sich in einem unglaublichen Reformstau befindet, ebenfalls wieder das menschliche Antlitz Gottes zum Leuchten bringt. Seit Franziskus im Amt ist, ist die Kirche wieder positiv in den Schlagzeilen. Die Menschen horchen auf, gerade auch die, die der Kirche den Rücken gekehrt haben. Franziskus hat in dem ¾ Jahr seiner Amtszeit unendlich viele Dinge angestoßen. Es begann mit der demonstrativen Bescheidenheit in seiner persönlichen Lebensführung, dann folgte die Option für die Armen („eine arme Kirche für die Armen“). Schon bald wurden jene zum Thema, die die Kirche bisher durch ihre Moralgesetze ausgrenzt: Geschiedene, die wieder heiraten, und Homosexuelle. Im Oktober nächsten Jahres soll eine Sondersynode der Bischöfe über Familie und Sexualität stattfinden. Ohne große Ankündigung verschickte Franziskus Fragebogen zur besagten Thematik über die Bischöfe an die Gemeinden, damit diese zur Vorbereitung der Synode über die Akzeptanz oder Nicht-Akzeptanz der kirchlichen Ehemoral sich äußern sollten. Franziskus will wissen, was die Menschen denken und wo der Schuh drückt. Der Papst hat viele Themen angestoßen. Er ist ein Suchender und hat wohl selber noch längst nicht auf alle Fragen die richtigen Antworten parat. Er könnte in vielen Dingen durch sein Suchen über sich selbst hinauswachsen. – Seit genau 50 Jahren, also dem Tode Papst Johannes XXIII, sieht es in unserer Kirche wieder nach Aufbruch aus. Die Kirche soll in der Welt und für die Menschen Gottes Güte und Menschenfreundlichkeit ausstrahlen. Das gibt dem Weihnachtsfest 2013 einen ganz besonderen Akzent. In dieser Zuversicht wünsche ich Ihnen und Ihren Angehörigen daheim: frohe Weihnachten!<br />]]></description>
   <pubDate>Sa, 14  2013 11:16:27</pubDate>
   <dc:creator>Weber</dc:creator>
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   <title>Weihnachten meint Gemeinschaft (Weihnachten 2012)</title>
   <link>http://www.religion-und-spiritualitaet.de/cgi-bin/forum/Blah.pl?m-1355060216/</link>
   <comments>http://www.religion-und-spiritualitaet.de/cgi-bin/forum/Blah.pl?m-1355060216/#num1</comments>
   <description><![CDATA[Liebe Christen!<br /><br />Warum feiern wir überhaupt Weihnachten? So elementar muss man heute nach dem Sinn eines Festes fragen, das viel mehr vom Weihnachtskommerz als von den Kirchen in Erinnerung gebracht wird. Lohnt es sich überhaupt noch, über die religiöse Seite von Weihnachten nachzudenken oder ist mit der Auskunft, dass Jesus Geburtstag hat, schon alles gesagt? Es lässt mir keine Ruhe: ich muss Ihnen zu diesem Thema einige Gedanken sagen. Und ich hoffe sehr, dass ich auch jene erreiche, die heute weniger aus christlich gläubiger Überzeugung denn aus familiärer Rücksichtnahme hergekommen sind. <br /><br />1.&nbsp; &nbsp; &nbsp;Gott wird Mensch.<br />Das ist die Urbotschaft des Weihnachtsfestes überhaupt, dass Gott in Jesus in unser menschliches Dasein eingetreten ist. So viel sind wir ihm wert, dass er einer von uns wird, „in allem uns gleich, außer der Sünde“ (Hbr 4,15). Er will einfach unter uns sein, mitfühlen mit unserer Schwäche, versucht werden wie jeder Mensch versucht wird, er will mitleiden wie ein Sklave, dem seine Rechte und seine Würde genommen sind. Gerade die Armen und die Menschen in Not sind ihm ans Herz gewachsen. Ihr Leben will er teilen und heilen. Gott ist nicht nur für die paar Katholiken Mensch geworden oder die Christen allgemein, sondern für alle Menschen. Schließlich ist er der Schöpfer aller Menschen. Und es gibt keinen Menschen, den er nicht liebt oder dem er seine Gemeinschaft und Freundschaft vorenthalten würde. Ach, wenn wir Katholiken das doch mal begreifen würden, wie nahe uns Gott längst ist und wie abwegig es ist, ständig Grenzen zu ziehen zwischen den Guten und den Bösen, zwischen den Würdigen und den Unwürdigen, den Gläubigen und den Ungläubigen, den Kirchlichen und den Nicht-Kirchlichen. Weihnachten ist ein Appell zu mehr Gemeinsamkeit, zu mehr Gemeinschaft. – Zugegeben: als Kirche geben wir da ein schlechtes Beispiel. Wir verrammeln die Kirche mit Verboten, Verurteilungen und Exkommunikationen und wundern uns, dass keiner mehr in die Kirche hereinkommt. <br /><br />2.&nbsp; &nbsp; &nbsp;Wir sitzen alle in einem Boot.<br />Wenn wir eins in der Vergangenheit aus der Globalisierung gelernt haben, dann ist es die Tatsache, dass wir Menschen alle in einem Boot sitzen. Wir sind auf Gedeih und Verderb aufeinander angewiesen: in Fragen der Überbevölkerung, der Ernährung, der Gesundheit, der Ökologie, der Energieversorgung und dem Zugang zu sauberem Wasser. Jeder Mensch hat ein Recht auf Leben. Und jeder ist bestrebt, dieses Recht in Anspruch zu nehmen. Wo aber dieses Recht nicht gewährt wird, wo wir uns gegenseitig dieses Recht streitig machen, wird es Kriege geben. Gewalt aber hat noch nie ein Problem wirklich gelöst. Es wird uns nichts anderes übrig bleiben, als miteinander und füreinander Verantwortung zu übernehmen. Als Christen ist uns diese Verantwortung längst bewusst, und die Weihnachtsbotschaft erinnert uns immer wieder daran. Aber es ist keine andere Verantwortung als die, die auch auf alle anderen Menschen&nbsp;&nbsp;zukommt, egal welcher Weltanschauung oder Religion sie angehören oder wie grundsätzlich sie sich zum Atheismus bekennen. Vielleicht hat Religion da mit ihrer Botschaft von der Liebe das größere Motivationspotential.<br /><br />3.&nbsp; &nbsp; &nbsp;Die Kirche muss Zeichen setzen.<br />Wenn die Kirche überleben will, muss sie endlich im neuen Jahrtausend ankommen. Dass der gegenwärtige Zustand der Kirche verheerend ist, erkennen die Verantwortlichen schon, aber sie gehen in die Vergangenheit, in die verkehrte Richtung, um die Kirche zu erneuern. Im Heute muss die Kirche Zeichen setzen: Zeichen der Gemeinschaft mit anderen Christen, indem sie sich ökumenisch öffnet; Zeichen der Gemeinschaft mit jenen Menschen, denen man nur durch Liebe und nicht durch Ausschluss aus der Gemeinschaft hilft, z. B. denen, die nach einer gescheiterten Ehe wieder heiraten; Zeichen der Gemeinschaft mit jenen Menschen, denen man bereits im Neuen Testament das Wort in der Kirche verboten hat und heute noch die Übernahme eines Weiheamtes vorenthält, den Frauen; Zeichen der Gemeinschaft vor allem mit den Armen, die Jesus besonders in sein Herz geschlossen hat. In diesem Zusammenhang dürfte man von den Kirchlichen Würdenträgern auch etwas mehr Bescheidenheit im Auftreten und in der Lebensführung erwarten. Bischof Tebartz-van Elst ist da ein abschreckendes Beispiel der jüngeren Generation. Der unbedingt nötige Aufbruch in der Kirche darf nicht nach hinten losgehen, also nicht in die Vergangenheit, sondern in die Gegenwart, von der aus die Zukunft beginnt.<br /><br />Wie immer bin ich zuversichtlich, unheilbar optimistisch, dass es dennoch irgendwann in unserer Kirche aufwärts geht. Manchmal muss man eben abwarten, bis ein Generationswechsel eingetreten ist. Aber Gott ist seiner Kirche nahe und sein Geist bleibt in ihr gegenwärtig. Mit dieser Überzeugung kann ich gut Weihnachten feiern. Und das wünsche ich Ihnen und Ihren Angehörigen auch: ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest.<br /><br />Amen.<br /><br />]]></description>
   <pubDate>So, 9  2012 14:36:56</pubDate>
   <dc:creator>Weber</dc:creator>
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